kalkbrenner


Ist Paul Kalkbrenner noch Techno? Jedenfalls beginnt das achte Longplayer-Werk des Berliners mit eben diesen Trompeten, die er als Kunstfigur Ickarus im Kultfilm „Berlin Calling“ im Zusammenhang mit Techno und Titten fordert. Allerdings ist der erste Track des Albums – kurz „Part Eleven“ betitelt – ein jazzy-trippy Masterpiece, das „absichtlich nicht richtig aus dem Knick“ kommt. Aber schon das zweite Stück des 15-Track starken Albums – „Part Three“ – zielt auf die globalen Dancefloors und kombiniert eine Loveparade-Hochzeit-Euphorie-Stimmung mit lateinamerikanischen Vocals und viel Rave-Charme. Ein typischer Kalkbrenner-Knaller. Im weiteren Verlauf des durch und durch überzeugenden Albums trifft der Hörer immer wieder auf eingängige Vocals und Melodien, die sowohl Freude als auch Melancholie ausdrücken. Sehr oft wünscht man sich, dass die auf Radio-Länge konzipierten 15 Stücke noch 15 Minuten länger dauern, da man sich in der Stimmung verlieren möchte. Überraschungen wie das düster-gebrochen beginnende „Part Seven“ gibt es hier zudem. „Part Four“ wäre die perfekte Hymne für eine Loveparade in den 1990ern gewesen und „Part Two“ ist der ultimative Marschbefehl. Aber Halt. Es wäre unfair, zu viel über das Album zu verraten, da es wirklich und ohne Übertreibung ein Meisterwerk ist. Das Album, auf das alle Paul Kalkbrenner-Fans gewartet haben. Jeder Track besonders und das Drücken der Repeat-Taste würdig. 10/10 Svenman