
Das Strandbad Grünau in Treptow-Köpenick, einem Bezirk im Südostens Berlin, zählt zu den schönsten Freibädern Berlins. Regelmäßig finden dort am Wochenende Veranstaltungen mit elektronischer Musik statt, die zahlreiche Besucher anziehen. Doch davon fühlen sich anscheinend Gäste eines gegenüberliegenden Sportbundes und eines Naherholungsgebietes gestört. Infolgedessen sammelt eine Petition Unterschriften gegen die Events. Das Strandbad sieht sich davon in seiner Existenz bedroht – und reagiert.
Es ist Sommer. Es ist Festivalsaison und es ist Freibadsaison. Was ist noch schöner als der Besuch beider Orte? Richtig, beides miteinander zu verbinden. In der Techno-Hauptstadt Berlin kann man das im Strandbad Grünau. Das Bad bietet Liegeflächen, Sandstrand, Bademöglichkeiten im Fluss Dahme – und Beach Festivals mit elektronischer Musik.
Diesen Monat findet dort beispielsweise noch das BLN Reunion Festival mit Thoma Lizzara, Aka Aka, Blondee und weiteren Acts statt. Anfang September steht etwa das Wyld Summer Beatz mit Komacasper, KXXMA, Anstandslos & Durchgeknallt und anderen an. In der Vergangenheit spielten etwa auch große Headliner wie Paul van Dyk oder Alle Farben vor Ort.
Alle Farben im Strandbad Grünau im vergangenen Jahr:
Doch nicht alle Menschen feiern die sommerliche Rave-Atmosphäre. Zuletzt sorgte schon ein Stadtfest in Rheinland-Pfalz für Schlagzeilen, bei dem sich Anwohner von einer Techno-Bühne gestört fühlten und einen offenen Brief verfassten. Wir berichteten.
Auch in Berlin scheint nicht jeder Gefallen an lauten elektronischen Beats in der Öffentlichkeit zu finden – so sieht das zumindest der Bezirkssportbund Treptow-Köpenick e.V., der eine Petition gegen die Partys im Strandbad Grünau ins Leben gerufen hat.
Dort ist unter anderem von „unverhältnismäßigem Lärm“ an mindestens drei Samstagen im Monat die Rede. Die Besucher des sich gegenüber dem Strandbad befindlichen Sport- und Bildungszentrums Schmetterlingshorst empfänden die „monotonen und sehr lauten Bassfrequenzen“ „“als extrem störend“. Die Schallwellen kämen im Naherholungsgebiet nicht nur ungedämpft, sondern „über das Waser getragen“ „sogar stärker“ an. Somit würden nicht nur Wassersportler und Erholungsgäste beeinträchtigt, sondern auch Tiere in ihrer Brutzeit. Man wolle die Veranstaltungen nicht generell verbieten lassen, fordere aber Rücksicht auf Erholungssuchende an Samstagen. Bisher (Stand: Dienstag, 19. August 2025) unterschrieben über 300 Internetnutzer.
Das Strandbad Grünau hingegen sieht sich in seiner Existenz bedroht und startete ebenfalls eine Petition – zum Erhalt der Events. Die Auffassung: das Bad wäre ohne diese Musikveranstaltungen in der derzeitigen Form gar nicht überlebensfähig. Mit den Einnahmen würden etwa auch andere Angebote finanziert, wie etwa ein Kids Camp, sogenannte „Strand.Pässe“ für einen vergünstigen oder kostenlosen Eintritt, ein Treffpunkt zur Winterzeit sowie Angebote, die sich an regionale Vereine und Schulen richteten. Die Musikveranstaltungen wären außerdem „ein kulturelles Highlight des Bezirks“. Schon jetzt unterschrieben diese Petition wesentlich mehr Nutzer als diejenige des Sport- und Bildungszentrums: Über 2500 Stimmen waren es am Dienstag, den 19. August. Hier geht es zur Petition.
Quellen: Tagesspiegel, change.org, change.org
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