
In Zweibrücken sorgt noch Wochen nach dem Stadtfest eine laute Techno-Bühne am Goetheplatz für Streit.
Anwohner werfen einem Standbetreiber vor, drei Tage lang ohne Pause und überlaut gespielt zu haben, sodass selbst nahe Live-Bühnen wie am Hallplatz oder an der Heilig-Kreuz-Kirche nicht mehr zu hören gewesen seien.
Einer von ihnen, Heinz Germann, betont, es gehe nicht um Kritik am Stadtfest an sich, sondern nur um diese eine Bühne. „Diese Form von ,Musik‘ ist auf Dauer gesundheitsschädlich und macht aggressiv“, schreibt er in einem Brief an Kulturamtsleiter Thilo Hubl.
20 Unterschriften hat er bereits gesammelt, ausschließlich von Haushaltsvorständen. Manche Anwohner hätten wegen des Lärms sogar Hunde weggebracht, Kinder hätten nicht einschlafen können.
Der frühere Polizist verweist darauf, dass zu laute Musik auch als Körperverletzung gelten könne. Für 2026 fordert er eine Verlegung oder Auflagen wie Dezibel-Grenzen und Pausen. Die Stadt will urlaubsbedingt erst kommende Woche Stellung nehmen.
Einen Termin zur Übergabe der Unterschriften erhielt Germann frühestens am 18. September. Die Goetheplatz-Bühne ist kein offizieller Teil des Stadtfests und nicht im Programm vermerkt. Zwei Reporter des Pfälzischen Merkur beurteilten die Lautstärke unterschiedlich.
2024 gab es auf dem Schlossplatz eine offizielle Techno-Bühne, damals ebenfalls mit Beschwerden. In diesem Jahr sei sie nach Gesprächen mit der Stadt deutlich leiser gewesen. Mitorganisator Chris van Neu vom Projekt „Electronic Waldgeflüster“ bestreitet die Vorwürfe.
Man habe erst ab 18 Uhr gestartet, sich an die Zeiten gehalten und nur positives Feedback erhalten. „Wir sind definitiv nicht die Lautesten“, so van Neu. Auflagen für 2026 lehnt er ab, es sei denn, sie würden für alle Bühnen gleichermaßen gelten.
Er glaube zudem, dass man von allen Bühnen „die kleinste Anlage“ habe. „Auch wir vergewissern uns vorher, ob das alles passt. Und möchten gerade eigentlich so etwas verhindern.“
Wären Sie für 2026 bereit, Auflagen bezüglich Lautstärke und Pausen zu akzeptieren – oder würde das den Stand gefährden? Chris van Neu antwortet: „Allerdings schadet das dem Stand, wenn hier weitere Auflagen wie Lautstärke entstehen würden – wir sind definitiv nicht die Lautesten. Wenn Auflagen, dann für alle und alle gleich laut.“
Quelle: Pfälzischer Merkur
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