Viele junge Künstler haben den Traum, eines Tages auf der großen Bühne zu stehen und ihre eigenen Tracks vor Publikum zu spielen. Doch nur den talentiertesten und fleißigsten gelingt irgendwann auch der Durchbruch. Davon träumte auch der damals noch 16-jährige Tim Weise aus Hamburg, der heute besser bekannt ist unter den Künstlernamen Pribe und Reezpin, nun 14 Jahre älter ist und von sich behaupten darf, schon auf bekannten Festivals wie der Airbeat One, Indian Spirit oder dem Psychedelic Circus aufgelegt zu haben. Letzteres entfachte im Jahr 2009 seine Leidenschaft für Progressive Trance – und die ermöglichte es Tim, seinen Traum zu leben.


„Schon mit 16 wollte ich DJ werden. Ich bin in Sandesneben, einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein, aufgewachsen. Dort gab es zu Scheunenfeten nicht viele Alternativen. Durch einen Kumpel habe ich damals einen DJ kennengelernt, der auf diesen Feten aufgelegt hat. Der brachte mir bei, Übergänge zu machen. Schlager und Oldies waren nie so wirklich mein Ding. Am meisten Spaß hatte ich bei den damaligen Dance- und Trance-Scheiben von Cosmic Gate, Kai Tracid oder DJ Dean.“ Das reine Mixen von bestehenden Tracks langweilte Tim allerdings schnell. „Daher entschied ich mich, mit dem Produzieren anzufangen. Jahrelang war ich im Trance-Bereich unterwegs.“ Mit 20 Jahren entdeckte er Progressive Trance für sich, als er das erste Mal zu Besuch auf dem Psychedelic Circus Festival in Göhlen war. „Damals wie heute war ich fasziniert von dem bunten Trubel und der Energie auf solchen Events. Zugegeben, diese Festivals und Partys waren in der Vergangenheit familiärer, viel kleiner und das Besucherprofil war eher alternativ geprägt. Es war und ist teilweise heute noch wie eine Parallelwelt. Eine individuelle Subkultur mit eigenen Werten. Nicht zu vergleichen mit herkömmlichen Festivals. Das ist auch der Grund, warum es mir Progressive Trance damals so angetan hat“, so der gelernte Informatiker.

Den musikalischen Durchbruch schaffte Tim im Jahr 2015 mit seiner Single „The Light“. Nach zahlreichen Gigs im In- und Ausland folgte sein persönliches Highlight. Er durfte selbst auf dem Festival auflegen, das einige Jahre zuvor seine Leidenschaft entfacht hatte. „Ein besonderer Höhepunkt meiner Karriere war es, auf dem Psychedelic Circus aufzulegen. Gerade auf dem Festival, auf dem alles begonnen hat. Auch die Indian Spirit oder die Airbeat One waren große Etappen für mich. Es war und ist immer noch ein großartiges Gefühl, meine Musik und meine Ideen einem immer größer werdenden Publikum vorstellen zu dürfen.“ Auf die Frage, wie Musik sein Leben verändert hat, antwortet der passionierte DJ und Produzent: „Das ist eine lustige Frage und gar nicht so einfach zu beantworten. Musik ist schon fast mein halbes Leben ein fester Bestandteil von mir und meiner Persönlichkeit. Ich bin dankbar dafür, dass ich meinen Traum leben darf, und bin jedes Mal wieder geflasht davon, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, die Menschen auf den Floors dieser Welt mit meinem eigenen Sound zu bewegen.“

Mit „You Are Beautiful kam am 23. Mai sein neuester Track auf auf Spin Twist Records, mit dem der 30-Jährige unter seinem Alias Pribe einen weiteren Fußabdruck in der deutschen Progressive-Trance-Szene hinterlässt. „Ich hoffe, dass wir möglichst vielen Menschen das Magische an der Musik näherbringen können. Kunst ist für alle da und nicht nur für einen ausgewählten Kreis. Ich persönlich bin glücklich darüber, dass ich ein Teil dieser Szene sein darf, und sehe es als Chance, mit ihr zu wachsen.“

Aus dem FAZEmag 088/06.2019
Text: Denise Kelm | @wayofdk
Foto: Jonas Albrecht
www.sptfy.com/pribe