Rave The Planet x CSD: Schweigeminute angekündigt

Drei Wochen nach dem islamistischen Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days soll Rave The Planet am Samstag mit einer Schweigeminute beginnen.

Die Techno-Parade findet am 15. August auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule statt. „Das war ein Angriff auf queeres Leben, aber auch ein Angriff auf uns“, sagte Ellen Dosch-Roeingh, Mitbegründerin und Gesellschafterin von Rave The Planet.

Der Anschlag ereignete sich am 25. Juli unweit der geplanten Paradestrecke. Eine Frau wurde dabei getötet, mindestens 31 weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt (FAZEmag berichtete). Rave The Planet reagiert nun mit der Schweigeminute auf die Ereignisse.

Auch das Sicherheitskonzept der Veranstaltung wurde nach dem Angriff erneut überprüft. Dosch-Roeingh erklärte, man habe sich dazu eng mit der Polizei abgestimmt. „Wir hatten schon vor dem 25. Juli ein sehr solides Konzept, Kleinigkeiten wurden aber noch einmal angepasst.“

Die Überprüfung sei damit nicht abgeschlossen. Laut Dosch-Roeingh werde das Sicherheitskonzept fortlaufend weiterentwickelt. Feuerwehr und ein Sanitätsdienst des Veranstalters sollen während der Parade ebenfalls wieder im Einsatz sein.

Für die Besucher werden insgesamt fünf Unfallhilfestellen eingerichtet. Bereits im vergangenen Jahr mussten zahlreiche Menschen medizinisch behandelt werden. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers handelte es sich dabei überwiegend um „klassische Veranstaltungssymptome“, also alkohol- oder drogenbedingte Beschwerden.

Rave The Planet findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Die Veranstaltung knüpft an die Geschichte der Loveparade an, die Matthias Roeingh alias Dr. Motte gemeinsam mit seinem damaligen Team ursprünglich als politische Demonstration ins Leben gerufen hatte.

Mit der heutigen Parade will Roeingh nach eigenen Angaben diese Geschichte fortschreiben. Die Route führt erneut durch den Tiergarten und damit in unmittelbarer Nähe zu dem Ort vorbei, an dem sich Ende Juli der tödliche Anschlag ereignete.

Der Auftakt mit der Schweigeminute soll dabei die Verbindung zwischen der Technokultur und der Solidarität mit dem angegriffenen queeren Leben sichtbar machen. Dosch-Roeingh ordnet den Anschlag ausdrücklich auch als Angriff auf die eigene Bewegung ein.

Quelle: RBB 24

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