
„Leider wurde ich jahrelang verschwiegen“: Mit diesem Satz bringt Danielle de Picciotto im BR-Interview auf den Punkt, worum es in der neuen ARD-Dokumentation „Love is Stronger – Von Loveparade zu Rave The Planet“ auch geht. Der 90-minütige Film, seit heute in der ARD Mediathek verfügbar, erzählt die Geschichte der Berliner Techno-Parade nicht nur über Dr. Motte, sondern vor allem über zwei Frauen, die für ihre Entwicklung zentral waren: de Picciotto und Ellen Dosch-Roeingh.
Danielle de Picciotto, Künstlerin, Musikerin und Filmemacherin, war an der Entstehung der ersten Loveparade 1989 beteiligt. In der öffentlichen Erinnerung wurde diese Rolle lange deutlich weniger sichtbar erzählt als die von Dr. Motte. In der Doku beschreibt sie, dass die Parade nicht das Werk einer Einzelperson gewesen sei. Die Idee entstand in einer Zeit, in der sich Berlins Technokultur gerade formierte – kurz vor dem Mauerfall, mit dem Motto „Musik fliegt über alle Mauern“.
Der zweite Schwerpunkt liegt auf Ellen Dosch-Roeingh, Geschäftsführerin der Rave The Planet GmbH. Die Doku begleitet sie und Dr. Motte über mehrere Jahre auf dem Weg zur Wiederbelebung der Parade. 2022 kehrten unter dem Namen Rave The Planet erstmals wieder Trucks und elektronische Musik auf die Straße des 17. Juni zurück – laut Bericht mit über 200.000 Menschen.
Regisseurin Britta Mischer verbindet Archivmaterial, Interviews und Gegenwartsszenen. Dabei geht es nicht nur um Techno-Nostalgie, sondern auch um Organisation, Konflikte und die Frage, wer in der Geschichtsschreibung der Clubkultur sichtbar wird. Gerade die Perspektiven von de Picciotto und Dosch-Roeingh machen deutlich, dass Loveparade und Rave The Planet nicht allein über Symbolfiguren funktionieren, sondern über Netzwerke, Planung und kollektive Arbeit.
Die Dokumentation könnt ihr hier HIER in der ARD Mediathek sehen.
Auch interessant: