Ritter Butzke – „Der Club lebt davon, sich ständig weiterzuentwickeln.“

Bereits seit 2007 werden in den ehemaligen Butzke-Werken Partys veranstaltet. Das offizielle Opening des Clubs Ritter Butzke erfolgte dann zwei Jahre später. Seither dürfen sich Gäste über mehrere liebevoll gestaltete Floors, einen begrünten Innenhof und industriellen Charme freuen. Gespielt wird House und Techno, mit Fokus auf melodischeren Club-Sounds und internationalen Bookings. Geschäftsführer Sebastian Riedel hat uns Frage und Antwort gestanden.

Als ihr die ersten Partys an diesem Standort im Januar 2007 veranstaltet habt – hättest du dir damals vorstellen können, was sich daraus entwickeln würde?
Ehrlich gesagt überhaupt nicht. Anfangs sollte daraus gar kein fester Club werden. Wir suchten nur einen Ort, an dem wir unsere Vorstellung von Partys umsetzen konnten. Schon die erste Veranstaltung war außergewöhnlich. Die ersten zwei Jahre waren intensiv, exzessiv und Teil einer Zeit, in der sich Berlins Clublandschaft neu erfand. Seit dem offiziellen Opening 2009 sind wir stark gewachsen. Heute veranstalten wir knapp 300 Events im Jahr und arbeiten mit über 160 Mitarbeiter*innen.

300 Events im Jahr – das klingt fast so, als hättet ihr jeden Tag geöffnet. Wie kommt ihr auf diese Zahl?
Wir verstehen uns heute nicht mehr nur als Club, sondern als kulturelle Plattform für unterschiedliche Formate und Communities. Dazu gehören kleinere Events, kostenlose Veranstaltungen etwa am 1. Mai, zum Karneval der Kulturen oder zur Fête de la Musique sowie ungewöhnliche Projekte wie der 24-Stunden-Livestream-Rave von HandOfBlood. Außerdem bieten wir queeren Communities geschützte Räume für eigene Veranstaltungen, die oft unabhängig vom klassischen Ritter-Butzke-Programm stattfinden.

Die großen Bookings sind aber wahrscheinlich das, was viele mit Ritter Butzke verbinden. Was waren deine persönlichen Highlights?
Da gab es viele. Fatboy Slim war natürlich besonders, ebenso Röyksopp oder BUNT. Aber oft sind es gar nicht nur die großen Namen. Manchmal entsteht mit weniger bekannten Künstler:innen ein Abend, über den noch Jahre später gesprochen wird.

Ist das eigentlich auch dein persönlicher Musikgeschmack?
Grundsätzlich ja. Elektronische Musik ist seit Langem meine musikalische Heimat, auch wenn ich natürlich nicht jeden Artist privat höre. Mich fasziniert vor allem die Atmosphäre eines gelungenen Abends: Wenn Musik, Licht, Publikum und Künstler perfekt zusammenspielen, entsteht etwas, das sich kaum beschreiben lässt.

Zuletzt war zu lesen, dass ihr euer Funktion-One-Soundsystem verkauft. Wie kam es dazu?
Mit Funktion-One waren wir sehr zufrieden und bekamen viel positives Feedback. Trotzdem wollten wir klanglich flexibler werden und haben uns deshalb für L-Acoustics entschieden. Das System passt besser zu unseren unterschiedlichen Veranstaltungsformaten und überzeugt uns mit Klang und Druck. Die Funktion-One steht allerdings noch im Keller. Da wir einen Floor-Umbau planen, ist offen, ob sie vielleicht doch noch einmal eingesetzt wird.

Ein Floor-Umbau klingt spannend. Was plant ihr?
Zu viel möchte ich noch nicht verraten, aber es wird wieder eine sichtbare Veränderung geben. Bis zu unserem Jubiläum am 10. Oktober soll alles fertig sein. Ritter Butzke war für mich nie ein abgeschlossenes Konzept. Der Club lebt davon, sich ständig weiterzuentwickeln.

Aus dem FAZEmag 174/08.26
club.ritterbutzke.com