Roland TB-303 
Das legendäre Original von Roland wurde 1981 veröffentlicht und war ursprünglich dafür vorgesehen, einen Bassisten in einer Band zu ersetzen. Da die 303 allerdings nur sehr umständlich zu programmieren war, entwickelte sie sich schnell zu einem kommerziellen Flop. Erst Ende der 80er Jahre entdeckten Produzenten der aufkeimenden Acid-House-Welle das Potential des Synthesizers und legten in ihren Produktionen den Grundstein zur elektronischen Tanzmusik, wie wir sie heute kennen und lieben.

 

MAM MB-33 
In den 90er Jahren, als die große Techno-Welle so richtig rollte, stellte der deutsche Hersteller MAM seinen 19″-Racksynthesizer MB-33 vor, der sich stark an der Soundarchitektur der TB-303 orientierte. Voll analog aufgebaut und zu einem damals unschlagbaren Preis von 469 Mark konnte sich die MB-33 schnell etablieren. Vor wenigen Jahren erschien mit der MB-33 Retro noch mal eine Miniaturausgabe zum ebenfalls sehr günstigen Preis, auf die viele Producer bis heute schwören – nicht unbedingt, weil der TB-303-Sound besonders gut getroffen wäre (denn das ist er nicht), aber weil man viel spaßigen Sound in einer sehr kompakten und günstigen Box bekommt.

 

x0xb0x
Der erste wirklich ernstzunehmende Nachbau der TB-303 war ursprünglich ein reines Selbstbau-Projekt, das im nerdy Adafruit-Forum auf Open Source-Basis entwickelt wurde. Mit großer Akribie und unter Verwendung der Original-Bauteile erreichte man eine bis dato nicht gehörte klangliche Akkuratesse. Etwas später wurde die x0xb0x kommerziell vom deutschen Hersteller Mode Machines vermarktet, dessen Modelle jedoch von der Schrauber- und Löterszene nur mit verächtlich gerümpfter Nase betrachtet wurden, da diese anscheinend billigere Bauteile verwendeten. Dennoch sorgte wohl gerade die Mode-Machines-x0xb0x dafür, dass die 303-Clone-Szene nun erst richtig in Schwung kam.

 

DinSync RE-303
Beflügelt von dem großen Erfolg der Selbstbau-x0xb0x machte sich der englisch-schwedische Hersteller DinSync daran, nicht etwa einen Clone, sondern eine 1:1 Replik der TB-303 zu entwickeln. Das bedeutete, dass selbst die Platinen des Nachbaus in das Original passten – und andersherum. So konnte tatsächlich ein 100% originalgetreuer Sound der TB-303 reproduziert werden. Und wer einmal eine RE-303 zwischen den Fingern bzw. in den Ohren hatte, will nie wieder etwas anderes hören.

 

Cyclone Analogic TT-303
Manch einer mochte seinen Augen nicht trauen, als der bis dato völlig unbekannte französische Hersteller Cyclone Analogic mit der TT-303 MK1 eine optisch nahezu 1:1-Kopie der TB-303 vorstellte. Da auch der Sound sehr gut getroffen wurde, verstand es sich von selbst, dass das Gerät nur so aus den Regalen gerissen wurde. Leider bekam wohl auch Roland selbst Wind von diesem Nachbau (oder war es sogar ein Plagiat?), so dass dieses Design mehr oder weniger über Nacht von der MK2-Version abgelöst wurde. Diese sieht nun zwar eher nach Fischdose aus, bietet aber immer noch dieselben vielfältigen Funktionen, den außergewöhnlich gelungenen Sequencer und einen erstklassigen Sound.

Roland TB-3
Nachdem sich Roland jahrzehntelang geweigert hatte, einen Nachbau seiner TB-303 zu veröffentlichen, erschien 2014 die TB-3, die doch etwas anders aussah, als sich die meisten Acid-Freunde erhofft hatten. Viel schwarzes und vor allem: grünes Plastik – und man hatte doch tatsächlich die vom Original bekannten Env Mod- und Decay-Knöpfe vergessen. Stattdessen erwartete man vom User, das doch etwas gewöhnungsbedürftige Touch-Interface zu benutzen. Glücklicherweise war immerhin der Sequenzer im Vergleich zum Original angenehm einfach zu programmieren und mit der Vielzahl von zusätzlichen Sounds, die weit über die zwei Wellenformen des Originals hinaus gingen, erschloss sich Roland viele neue Fans, die sich nicht auf den klassischen Acid-Sound beschränken lassen wollten.

 

Roland TB-03
Wenige Jahre nach der TB-3 veröffentlichte Roland einen weiteren 303-Clone namens TB-03. Und wenngleich auch die TB-03 rein digital aufgebaut war, konnte man sie optisch schon deutlich besser dem Original zuordnen. Zusätzlich spendierte Roland einen Verzerrer sowie wahlweise einen Delay- oder Reverb-Effekt. Und auch wenn der Sound mit zu den schwächsten Beispielen der aktuelleren 303-Clones zählt, findet man die TB-03 heute in vielen Setups rund um den Globus wieder. Nicht zuletzt der Nostalgiefaktor eines silbernen Bass-Synthesizers mit großem Roland-Logo wird viele Producer in ihren Bann gezogen haben.

 

 

Behringer TD-3
Seit einigen Jahren dreht Behringer die gesamte Synthesizer-Szene mit ihren extrem günstigen und doch soundmäßig mehr als gelungenen Clones komplett auf links. Keine Frage, dass ein TB-303-Clone nicht lange auf sich warten ließ. Mit der TD-3 veröffentlichte Behringer einen soundmäßig sehr gelungenen Nachbau, der zudem mit einer Distortion-Einheit ausgestattet ist. Leider übernahm man aber auch den kryptischen Sequencer des Roland-Originals, was viele User immer noch vor große Hürden stellt. Immerhin gibt es eine große Auswahl an lustigen Gehäusefarben und die gelbe Special Edition mit dem Acid Smiley überzeugt am Ende auch den letzten Kritiker. Und mit einem Verkaufspreis von knapp über 100 Euro kann sich nun wirklich niemand so richtig beschweren. Siehe Video am Ende des Artikels

 

Audiorealism Bassline
Wer lieber direkt in der DAW arbeiten möchte, muss nicht auf einen sehr guten 303-Clone verzichten. Die Audiorealism Bassline klingt akkurat, hat allerlei Sequencer-Tricks auf Lager, ist günstig zu haben und in vermutlich auf allen Studiorechnern der internationalen Acid-Szene zu finden. Und mal Hand aufs Herz: am Ende ist es vollkommen egal, ob eine digitale Software oder ein uralter analoger Vintage-Synthesizer zum Einsatz kommen. Hauptsache, es zwitschert ordentlich!

 

 

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