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Romare – Love Songs: Part Two (Ninja Tune)


Wer nicht an Liebe auf den ersten Blick beziehungsweise Beat glaubt, wird beim Hören von Romares zweitem Album „Love Songs: Part Two“ eines Besseren belehrt. Der britische Produzent Archie Fairhurst aka Romare legt gut anderthalb Jahre nach seinem international gefeierten Debütalbum „Projections“ mit zehn Tracks, zehn Lovesongs nach. In seiner markanten Collage-Technik hat er auch diesmal außergewöhnliche, viele unbekannte, aber für ihn auf irgendeine Weise bedeutsame Stücke über Liebe gesampelt und zu neuer genuin eigener Musik verarbeitet – nicht nur, aber auch ein Zeichen seiner Liebe zur Musik und zu den gesampelten Künstlern. Waren die Stücke auf „Projections“ noch von größeren Snippets der Original-Sounds und -Vocals geprägt, so ist Romare diesmal noch frickeliger und filigraner vorgegangen, plus: Er hat diesmal mehr eigene Musik eingespielt. Die Tracks auf dem Nachfolger-Album sind auch deutlich länger als ihre Vorgänger, oftmals repetitiver und teilweise noch tanzbarer – fügen sich aber organisch als Fortsetzung in den Klangkosmos der bisherigen Releases, nicht zuletzt in jenen der zweiten EP „Love Songs: Part One“ ein, wobei es der Brite schafft, gleichzeitig dennoch etwas völlig Neues zu kreieren. Wie die verschiedenen Gesichter der Liebe, so sind auch die zehn Tracks auf dem neuen Longplayer faszinierende Facetten von Romares kreativem Können: groovig, soulig, jazzig, psychedelisch, discoverliebt und immer wieder four-to-the-floor absolute Floorfiller. Wer Romare bisher noch nicht verfallen ist, der wird sich ihm spätestens jetzt nicht mehr entziehen können. 10/10 Csilla Letay