siff_fisten_licious
Neues Label, neuer Act, altes Thema: „Fisten“. Wer es gerne derbe und nicht verklemmt mag, der wird sich bei Glenn Dancer wohlfühlen. Siff Licious, aus dem beschaulichen Thüringer Wald, nun in Berlin, dem Sündenpfuhl gelandet. Was macht er dort? Er fingert nicht, er fistet – so singt er es auf seiner ersten Single „Fisten“, gleichzeitig auch Labelstart. Mir kommt da der gute alte Ledernacken in den Sinn, der hat mich schon in den 80er Jahren mit Galle, Amok oder Lappen inkl. ordentlichem Gestöhne in der Diskothek (so hieß das damals) in den Bann gezogen. Insofern Fühle ich mich hier auch nicht so verstört und gehöre auch nicht zu der Fraktion, die hier groß „Kindergarten schreit“. Der Track übrigens ist ein ganz feiner, tief aus der Kammer brummt und knarzt der Rave-Synthie vor sich hin und marschiert mit einer Ich-war’s- nicht-Attitüde durch das ohne, dass hier Hektik aufkommt. Einen Remix gibt es von Compost-Act Philipp Stoya, der hier auf Tempoverschärfung setzt, wummernde Bassdrum und hypnotisches oldschooliges Herumgesurre draufpackt und damit zum Tanztee in der Fetischbar einlädt. 9/10 Dieter Horny