„Unpatterns” lautet der Titel des am 11. Mai via Wichita erscheinenden Albums von James Ford und Jas Shaw. Das Follow-Up zum 2007er Debüt „Attack Decay Sustain Release”, dem 2009 releasten „Temporary Pleasure” und „Delicacies” – einer Sammlung diverser 12Inches – aus dem Jahr 2010 führt uns ohne Umwege auf die Tanzfläche. Während „ADSR“ noch im Bereich Indie-Crossover angesiedelt war, „Temporary Pleasure“ eine hohe Pop-Affinität aufwies und „Delicacies“ puren Techno präsentierte, ist „Unpatterns“ ein Album, das von all dem etwas beinhaltet und doch ganz andere Wege geht.

Wo seht ihr selbst die größten Unterschiede zwischen „Unpatterns“ und den vorangegangen Alben?

Wir haben uns diesmal nicht konkret auf einen Stil fokussiert. Bei „Unpatterns“ geht es eher um eine bewusste Ästhetik, die Auflösung von Mustern und scharfen Umrissen. Es beinhaltet definitiv Dancefloor-Elemente, aber es geht nicht nur darum – anders als bei „Delicacies“ zum Beispiel. Wir haben versucht, uns in emotionale und melancholische Momente einzufinden, haben uns auf die Verwendung von Vocal-Samples konzentriert statt Songs zu schreiben und mehr melodische Instrumentals produziert.

Wie seht ihr es an, euch im Produktionsprozess immer wieder neu zu erfinden, ihn spannend zu halten? Ändert ihr an der Art zu produzieren bei jedem Album etwas, wechselt z.B. das Equipment?

Unser Aufbau im Studio wächst stetig, in der Regel in kleinen Schritten. Wir haben eine Reihe modularer Synths, eine beachtliche Studioausstattung im üblichen Sinne, der wir immer wieder Module hinzufügen und an der wir herum frickeln. Dabei lernt man also immer wieder etwas. Wir haben auch heute noch das Gefühl, nur an der Oberfläche zu kratzen. In Bezug auf das neue Album basiert ein Großteil unserer Technik auf Loops, Phrases und Melodien, die sich überlappen und langsam auflösen … Das war eine bewusste Entscheidung. Etwas, womit wir für „Delicacies“ erstmalig herum experimentierten und das wir nun ausgearbeitet haben.

Für „Temporary Pleasure“ habt ihr mit bekannten Sängern zusammengearbeitet, u.a. Beth Ditto, Jamie Lidell, Alexis Taylor. Diesmal finden wir keine big Names auf dem Album. Ist das eine Art Statement?

Nein, nicht wirklich ein Statement, aber wir wollten zwingend etwas anders machen als bei „Temporary Pleasure“. Auch wenn wir mit dem Album immer noch sehr glücklich sind, haben die Vocals und der Song selbst die Produktion häufig erschlagen. Irgendwie klingt es an vielen Stellen eher wie Simian Mobile Disco, die verschiedene Sänger produzieren, als wie unser eigenes Album.

Die Lyrics auf „Unpatterns“ dagegen klingen sehr synthetisch. War dies die Fortführung des eben beschriebenen Antriebs? Oder hat es sich eher im Laufe der Produktion in diese Richtung entwickelt?

Einige sind sehr verfremdet, um Struktur und Rhythmus zu kreieren. Wir haben sie eher wie ein Instrument benutzt und nicht im üblichen Sinne im Rahmen eines Songs.

Hat sich die neue Herangehensweise auch durch neue Einflüsse und musikalische Interesse ergeben?

Ich glaube, unsere Einflüsse haben sich über die Jahre nicht wirklich viel geändert. Techno in all seinen Facetten ist nach wie vor ein großer Einfluss, und frühe Electronic-Sachen halt. Leute wie Rymond Scott, Don Buchla, Serge Tcherepnin und natürlich Daphne Oram und Delia Derbyshire.

Wie sieht die Promo-Tour für das neue Album aus? Spielt ihr mehr DJ-Gigs oder auch diverse Live-Shows, bei etwaigen Festivals möglicherweise?

Wir spielen eine Menge DJ-Shows rund um die Albumveröffentlichung und den Sommer über. Außerdem arbeiten wir derzeit an einer neuen Version unserer Live-Show, die wohl im September fertig sein wird. Anschließend gehen wir dann damit dann noch mal auf Tour.

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