
Feph (Stephanie Reyes) zählt zu Miamis spannendsten Acts im hypnotischen, modular geprägten Electronica-Sound. Zusammen mit ihrem Partner Mr. Tron betreibt sie die Labels Zosimos und Alchemista und veröffentlicht zwischen Vinyl und Digital ihr eigenes ätherisches und texturreiches Material. Ob Live-Set oder reiner Vinyl-DJ-Approach – Feph gehört zu den dynamischsten Artists der Region und ist der beste Beweis dafür, dass Miamis Techno-Szene weitaus mehr zu bieten hat als EDC, Ultra Music Festival und Beach-Partys. Im Dezember wird sie Teil der neuen Compilation von Mary Yuzovskayas Monday Off.
Drei Dinge, die man als Tourist in Miami unbedingt erleben sollte?
Unbedingt lateinamerikanisches Essen probieren – vor allem kubanische Küche. Sie ist ein wichtiger Teil unserer Kultur. Wenn ihr noch nie Kochbananen gegessen habt: Bitte ausprobieren! Kuba-Kaffee, unsere „Cafecitos“, gehört ebenfalls dazu – ein sehr starker Espresso, der sofort wach macht. Überall in der Stadt gibt es kleine Fenster, an denen man ihn kaufen kann. Mein Favorit kommt von Sergio’s. Ein „pan con bistec“, ein kubanisches Steak-Sandwich, ist ebenfalls ein Muss – besonders nach einer langen Nacht. Natürlich gehört auch ein Besuch des Miami Beach dazu, aber ich empfehle vor allem den North Beach: Der ist entspannter und weniger überlaufen als der South Beach. Wichtig: Miami Beach und Miami sind zwei verschiedene Gebiete. Viele vergessen das Festland und seine tollen Viertel wie Coconut Grove, Wynwood oder Coral Gables. Deshalb: Unbedingt auch die Stadtseite erkunden.

Drei Dinge, die man auf keinen Fall tun sollte?
Ihr solltet keinen Strandtag ohne Sonnenschutz verbringen – die Sonne ist hier extrem stark. Wenn ihr im Frühling oder Sommer kommt, solltet ihr definitiv keine Jacke einpacken. Und ihr solltet auf keinen Fall abreisen, ohne lateinamerikanisches Essen probiert zu haben.
Wo findet man dich, wenn du nicht zu Hause oder im Studio bist?
Meist im Fitnessstudio – beim Training oder in der Sauna. Bewegung ist mir sehr wichtig. Ich gehe auch gern im Kennedy Park in Coconut Grove joggen, einem schönen Park am Wasser. Er ist etwas weiter weg, aber in den letzten Wochen war ich oft dort und liebe die Atmosphäre.
Dein liebster Ort, um neue Inspiration für Musik zu sammeln?
Ganz klar: der Strand. Im Sand liegen, den Kopf unter Wasser tauchen, die Sonne spüren – das ist meine beste Form des Reset. Ich fühle mich danach jedes Mal wie erneuert, als würde ich meine alte Haut abstreifen. Ich schwimme unter Wasser, halte kurz die Luft an, bleibe still – danach komme ich jedes Mal als neuer Mensch heraus.

Wie würdest du die Küche Miamis beschreiben?
Hier gibt es eine enorme Vielfalt lateinamerikanischer Küche. Meine Familie ist kubanisch, daher schlägt mein Herz dafür. Mein Lieblingsgericht ist „vaca frita de pollo con moro y maduros“: in Knoblauch-Mojo marinierte, angebratene Hähnchenstreifen, dazu Reis mit schwarzen Bohnen und süße Kochbananen. Einfach das Beste.
Dein Lieblingsclub und warum?
Floyd, im Club Space. Klein, intim, wunderschön gestaltet – ich hatte dort immer großartige Nächte.
Wie hat sich die elektronische Szene in Miami in den letzten Jahren entwickelt?
Miami hatte lange einen bestimmten Ruf, was Nachtleben und Musik angeht. Doch in den letzten fünf Jahren hat sich viel verändert: Die Underground-Szene ist stärker geworden, viele Kollektive haben ihre Stimme gefunden, und das Publikum ist hungrig nach Neuem. Es geht klar in die richtige Richtung.

Wo findet man die Underground-Kultur in Miami?
Ja! Auch wenn es aktuell nicht viele Venues gibt, ist die Underground- und DIY-Szene sehr lebendig – in Clubs, Lagerhallen oder selbstorganisierten Spaces. Wichtige Kollektive sind etwa Un_Mute, Objects Don’t Dance, Future Arkive, Untitled Rhythms, Stamina, Romanticos, Verbs und Otherworld. Miami wird zunehmend zum Schmelztiegel unterschiedlichster Musikrichtungen – und ich bin froh, ein Teil davon zu sein.