Südpol: Hamburger Techno-Club bittet um Spendenhilfe

„Breaking News vom südlichsten Punkt der Hamburger Kultur.“ Mit diesem Satz meldete sich der Südpol am Donnerstag in den sozialen Medien zu Wort.

Der Club in der Süderstraße in Hammerbrook benötigt bis Weihnachten 70.000 Euro, sonst droht die Schließung. Seine Betreiber betonen, dass diese Summe über den Fortbestand entscheidet.

Der Südpol gilt seit fast zwölf Jahren als einer der wenigen Orte in Hamburg, an denen man ähnlich frei feiern kann wie in Berlin. Doch steigende Preise und Energiekosten setzen dem Club massiv zu.

Bereits im April suchten die Betreiber Unterstützung und erfanden dafür ihre eigene symbolische Währung: den Nice. Der Nice kann auf der Spendenseite gekauft werden, „mit einer garantierten Rendite von 0 Euro“.

Das Konzept setzt auf Solidarität statt Profit, denn alle Einnahmen fließen in Getränke, Wasser, Strom und Gehälter. Die Betreiber erklärten damals, man bekomme kein Geld zurück, dafür aber „jede Menge gutes Karma“.

Nun bittet der Club erneut um Hilfe und verweist auf die bisherigen Unterstützer. „Eure Einzelspenden seit Jahresbeginn haben uns bereits sehr geholfen“, heißt es. Besonders wertvoll seien nun Dauerspenden, weil sie Planungssicherheit bieten.

Der Appell: „Gib dir einen Ruck und werde Rave-Genossin.“ In den Kommentaren zeigen viele Nutzer Verbundenheit. „Südi muss bleiben“, schreibt einer, ein anderer kommentiert: „We stand with you forever Südi.“

Der Zuspruch verdeutlicht, welchen Stellenwert der Club in der Szene hat und wie stark er als kultureller Freiraum wahrgenommen wird. Im vollständigen Statement ruft der Südpol dazu auf, den Nice zu zeichnen und spricht vom „innovativsten Rave-Coin der Geschichte – mit garantiert 0 % Rendite, aber 100 % Haltung“.

Jeder Beitrag fließe direkt ins Projekt: „Jeder Cent ein Beat, jeder Euro ein Drop.“ Zusätzlich bietet der Club Direktkredite ab 1.000 Euro an, mit frei wählbarer Verzinsung zwischen 0 und 2,5 Prozent.

Damit setzen die Betreiber auf kreative Wege, um ein Stück Hamburger Subkultur zu erhalten. Ob die benötigten 70.000 Euro bis Weihnachten zusammenkommen, bleibt offen – doch die Resonanz zeigt, dass der Club für viele weit mehr ist als nur ein Ort zum Feiern.

 

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Quelle: MOPO

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