
Der Südpol in Hamburg-Wilhelmsburg ist weit mehr als nur ein Club. Seit Jahren gilt der Ort als Rückzugsraum für die alternative Clubszene, als kulturelles Zentrum für elektronische Musik – und als Schutzraum für Menschen, die in kommerziellen Strukturen keinen Platz finden.
Doch nun steht der beliebte Club vor finanziellen Schwierigkeiten. Die Kosten sind gestiegen, gleichzeitig bleibt der Anspruch, Raum für alle zu bieten, bestehen. „Wir wollen einen Club schaffen, in dem sich alle wohlfühlen – unabhängig von Geldbeutel, Herkunft oder Geschlecht“, sagt ein Mitglied des Südpol-Kollektivs.
Genau das bringt aber Herausforderungen mit sich. Denn der Club verzichtet bewusst auf kommerzielle Strukturen: keine Werbung, keine Großsponsoren, keine finanziellen Kompromisse.
Das Ideal vom „freien Feiern“ kollidiert zunehmend mit wirtschaftlichen Realitäten. Schon in der Pandemie war der Südpol auf Hilfe angewiesen. Eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne brachte damals 100.000 Euro ein.
Doch trotz dieses Erfolgs ist die Lage heute erneut angespannt. Mieten, GEMA, Technik, Sicherheitspersonal – all das kostet Geld. Und gleichzeitig möchte das Team den Eintrittspreis so niedrig halten wie möglich.
Es ginge nicht nur um Musik, sondern um ein Statement gegen Clubkultur als Konsumware. Hinzu kommt die Lage des Clubs selbst. Das Gebäude steht auf einem Gelände, das der Stadt Hamburg gehört.
Zwar sei der Mietvertrag aktuell nicht gefährdet, aber laut Kollektiv sei die Zukunft nicht langfristig gesichert. Die Macher betonen, wie wichtig langfristige Perspektiven wären, um nachhaltig planen zu können – sowohl finanziell als auch organisatorisch.
„Die Szene wird dünner“, sagt eine Sprecherin des Clubs. Viele alternative Orte seien in den letzten Jahren verschwunden. Der Südpol will nicht der nächste sein. Um das zu verhindern, ruft das Kollektiv nun zur Unterstützung auf.
Neben Spenden und Crowdfunding sollen auch Veranstaltungen helfen, Geld zu sammeln. Die Hoffnung: dass die Community zusammenhalte. Wer also das nächste Mal im Südpol tanzt, tut vielleicht mehr als nur feiern.
Er oder sie hilft dabei, einen der letzten Orte in Hamburg zu erhalten, der sich konsequent gegen die Kommerzialisierung der Nacht stellt. Und dafür braucht es nicht viel: ein Getränk an der Bar, ein kleiner Betrag auf der Spendenplattform – und natürlich viele tanzende Füße auf dem Floor.
Hier könnt ihr den Südpol unterstützen.
Quelle: Morgenpost
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