Szene-Urgestein will Loveparade nach Kassel holen

Loveparade by Daniel Biskup

Während das Staatstheater Kassel die Geschichte des legendären Clubs „Stammheim“ aufarbeitet, fordert die lokale Szene neue Impulse. Clubbetreiber Steve Turn (Frau Tanz) plädiert für ein neues Groß-Event auf der Wilhelmshöher Allee, angelehnt an die „Loveparade“. So soll die angeschlagene elektronische Musikszene der Stadt angekurbelt werden.

Anlass ist die Initiative des Staatstheaters, die Ära des 2002 geschlossenen Techno-Clubs „Stammheim“ erneut zu thematisieren. Dieses Vorhaben trifft jedoch auf Kritik der aktiven Szene der Stadt. Diese warnt vor einer einseitigen Nostalgie-Debatte, welche an den aktuellen Problemen der Branche vorbeigeht. Es wird gefordert, den Blick nach vorne zu richten und dort anzusetzen.

Laut Steve Turn, Betreiber des Clubs Frau Tanz und langjährigem Akteur der regionalen Szene, stehen die Kassler Clubs sechs Jahre nach Beginn der Pandemie immer noch vor erheblichen Herausforderungen. Verdeutlicht wird das Problem dabei durch die Schließung der Grauzone und die mehrmonatige Programmpause der Tofufabrik. Es stellt ein strukturelles Problem dar, mit dem die Betreiber*innen die letzten Jahre zu kämpfen hatten. Großveranstaltungen wie das Sola- oder Amen-Festival werden überwiegend von externen Agenturen durchgeführt.

Um die lokale Szene nachhaltig zu stärken und die Sichtbarkeit zu erhöhen, schlägt Turn, der in den 90er-Jahren mehrmals mit einem eigenen Float auf der Loveparade zu Gast war. vor, ein Event zu veranstalten, das sich an dem Vorbild der Ur-Techno-Parade orientiert. Stattfinden soll das Ganze direkt auf der Wilhelmshöher Allee. Ein zentraler Punkt seiner Forderung ist die verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und den lokalen Betreiber*innen. „Es braucht die Stadt im Rücken“, erklärt er im Gespräch mit der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeine und setzt dabei insbesondere auf den Tourismusdezernenten Norbert Wett, der schon Paul Kalkbrenner in die Stadt holte.

Es bleibt nun abzuwarten, ob die Idee und Forderung von Turn tatsächlich zusammen mit der Stadt Kassel realisiert werden können.

Quelle: HNA

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