TCEE im Gespräch: Von Südafrika in die Welt

TCEE im Gespräch: Von Südafrika in die Welt

TCEE ist ein Künstler, der seine Wurzeln aus Willowvale mit einem globalen Club-Sound verbindet. In seiner Musik treffen afrikanische Rhythmen, persönliche Geschichte und pulsierende Dancefloor-Energie aufeinander. Seine EPs erzählen von Herkunft, Heilung und Wachstum, während seine aktuellen internationalen Residencies und sein kreativer Modeansatz zeigen, dass sein Weg weit über die Musik hinausgeht. In diesem Interview sprechen wir über seinen Sound, seine Identität und die Vision, die ihn antreibt.

Ich würde gerne mit deiner EP anfangen. Du hast derzeit zwei EPs veröffentlicht, wobei die zweite mit einer Deluxe-Version kommt. Kannst du uns die Geschichte hinter diesen Projekten erzählen und was die Deluxe-Version inspiriert hat? Vielleicht kannst du in deiner Antwort auch den Sound beider EPs mit einbeziehen.

Meine erste EP kam 2021 raus. Ich hatte zwei Features drauf: Jayde Crystal und EasmBeats. Wir sind damals voll in den Afrotech-Sound gegangen, inspiriert von meiner Heimat Willowvale. Darum heißt das Projekt auch “Afrotech in WILLOWVALE“. Meine zweite EP, “Angels“, ist eine Tribute an meine verstorbenen Eltern. Bei dem Projekt bin ich mehr in Richtung AfroHouse gegangen. Ich habe mit Manghwev, Jayde Crystal und Latoya zusammen gearbeitet. Das war eine sehr persönliche und spirituelle EP, die meine Heilungsreise nach einem schweren Verlust begleitet hat. Als ich später gemerkt habe, dass mir mehr Club-Ready Tracks fehlen, habe ich eine Deluxe Edition gemacht. Dieses Jahr ist sie rausgekommen – mit neuen Songs wie “Dark or Blue“, “Dance in IBIZA“ und “The Journey“.

Lass uns zurück zum Anfang gehen – kannst du uns mehr über dein Aufwachsen im Eastern Cape erzählen? Gab es Menschen, die wichtige Momente geprägt haben, wie den Beginn deiner Karriere oder deines musikalischen Sounds?

Ich komme aus einem kleinen, ländlichen Ort im Eastern Cape: Willowvale. Musik war schon früh ein Teil meines Lebens – in der Kirche, in einer Acappella-Gruppe im Dorf und in Schulchören. Mein Sound ist tief in unseren traditionellen Rhythmen verwurzelt: Trommeln, Klatschen, Stimmen, Naturklänge – das sind die Vibes, mit denen ich aufgewachsen bin. Auf meinem Weg haben ein paar Leute eine große Rolle gespielt: Kgotso Lepota, der mir das Mixen beigebracht hat und DJ Buczito, der mir meinen ersten richtigen Einstieg in die DJ-Szene gegeben hat.

Du hattest Residencies bei ELECTRIC Radio in Großbritannien und House Attack Miami. Wie haben diese Erfahrungen deinen Ansatz beim Performen und Produzieren geprägt? Vielleicht kannst du uns auch von besonderen Momenten während deiner Residencies erzählen.

Auf meiner Reise hatte ich zahlreiche Residencies, und die, die besonders herausstechen, sind ELECTRIC RADIO und HOUSE ATTACK. Ich habe während dieser Zeit viel über mein Handwerk gelernt, und sie haben meinen Geschmack für Weltmusik im Allgemeinen beeinflusst. Ich habe gemerkt, dass ich meine Musik nicht mehr nur aus einer WILLOWVALE-Perspektive produzieren kann. Unsere Musik ist gewachsen und hat sich zu Mainstream- und Weltmusik entwickelt. Meine Residency an diesen beiden Orten hat den Sound für meine nächste EP im Jahr 2026 inspiriert. Einer meiner größten Momente war es, meinen Namen in derselben Line-up-Liste wie Größen wie Tiesto, Afrojack, Anjunadeep usw. zu sehen.

Du hast auch angedeutet, dass bald T-Shirt-Designs kommen. Kannst du uns mehr darüber erzählen und ob du Merchandise als eine Erweiterung deiner Musik siehst oder als ein separates kreatives Ausdrucksfeld?

Meine Clothing Line ist eine Erweiterung meiner kreativen Identität. Die T-Shirt Designs basieren teilweise auf den Artworks meiner beiden EPs. Ich liebe Mode – vor allem edgy, masculine streetwear mit kulturellen Einflüssen. Das ist ein Teil von mir, genau wie die Musik. Beides gehört zusammen, beide Welten spiegeln meine Story wider.

Interessant ist auch deine Tour. Welche Städte oder Venues stehen für dich ganz oben auf der Liste, und beeinflussen die Länder, die du besuchst, deinen Sound?

Ganz oben auf meiner Liste steht eine Europa-Tour. Ich würde gerne ein paar Stopps in Deutschland machen und die Clubkultur dort erleben. Das ist einer der Orte, die mich besonders interessieren. Spanien, Paris und das Vereinigte Königreich – das ist meine Top-Liste. Ich glaube, dass diese Orte offener für meinen Spielstil und meinen Sound sein werden.

Zum Schluss würde ich gerne wissen, ob es andere kreative Projekte oder Kollaborationen gibt, über Touring und Merch hinaus, auf die du dich besonders freust?

Ich freue mich sehr auf die kommenden Monate. Im November werde ich auf dem Cover eines Modemagazins in Italien zu sehen sein. Ich arbeite gerade im Studio an meiner nächsten EP, die April 2026 erscheint. Und meine T-Shirt Line kommt im Dezember. Bis dahin bin ich auf den Dancefloors – Clubs, Festivals, überall in Südafrika.

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