
Oftmals wünschen sich Fans des niederländischen DJ-Superstars Tiësto, der schon seit mehreren Jahrzehnten als erfolgreicher DJ und Produzent unterwegs ist, seinen alten Sound zurück. In den 90er- und 2000er-Jahren wurde er mit klassischen Trance-Sounds weltbekannt, ehe er Ende der 2000er-Jahre seinen Fokus auf EDM und House legte. Jetzt antwortete einer der bekanntesten Figuren der elektronischen Musik einem Fan mit einer klaren Message.
Es ist etwas, womit sich Künstler, die einen stilistischen Wechsel vollzogen haben, am häufigsten auseinandersetzen müssen – oder eben am meisten mit konfrontiert werden. Wie das Statement von Tijs Verwest auf einen Social-Media-Kommentar eines Fans beweist, muss er sich eben NICHT damit auseinandersetzen – oder hat es nicht nötig.
Zum Hintergrund: Tiësto wurde um die Jahrtausendwende mit klassischen Trance-Sounds, die zu dieser Zeit stark im Trend lagen, bekannt, etwa mit dem Projekt Gouryella, dass er gemeinsam mit seinem ebenfalls aus den Niederlanden kommenden Kollegen Ferry Corsten ins Lieben rief.
In den 2000ern gehörte Verwest zu den größten und stiltypischsten Vertretern des niederländischen Uplifting Trance. Er vertrat dieses Genre mit einem klaren Stil ohne Ausnahmen. Damit feierte er seinen Durchbruch, erzielte große Erfolge und avancierte schließlich zu einem der weltweit beliebtesten Produzenten und DJs. Bei seiner Solo-Konzert Reihe trat er als DJ vor 25 000 Leuten in einer Show auf und verhalf DJs zum Künstler-Ansehen, wurde drei Mal in Folge auf Platz eins der DJ Mag Top 100 gewählt und eröffnete die olympischen Spiele im Jahr 2004 – mit treibenden, Uplifting Trance Songs. Neben Armin van Buuren zählte Tiësto zu den großen Trance-Ikonen.
Im Jahr 2009 entschied sich der Künstler jedoch seinen Fokus auf House und EDM zu legen – zum Missfallen vieler damaliger Fans, die sich bis heute den alten Tiësto zurückwünsche – was dem Künstler jedoch egal zu sein schien.
Dass Tiësto sich jetzt doch nochmal zum Stilwechsel äußerte, lag an den Zusprüchen eines Fans. Der ursprüngliche Social-Media-Post, auf den der Fan antwortet, bezog sich auf ein Interview aus 2014, in dem Tiësto seine Beweggründe zum Stilwechsel äußert. Viele Trance-Anhänger äußerten dennoch ihren Missgunst, nicht so der Fan, auf dessen Kommentar Verwest antwortete.
Der Nutzer rave.arcade äußerte sich, er habe noch nie verstanden, warum sich Menschen über persönliche Veränderungen eines anderen aufregten. Es sei doch jeweils ihr eigenes Leben und dieses solle man sie individuell leben lassen. Niemand schulde einem etwas. Entweder solle man den Wandel genießen oder es eben sein lassen, aber sich nicht darüber auslassen. Tiësto zeigte sich daraufhin offensichtlich dankbar, gab an, er sei „glücklich mit den Veränderungen, die er in seinem Leben und seiner Karriere vollzogen“ (aus dem Englischen übersetzt) habe. Tiësto weiter: „Hasser sollen es hassen und Liebhaber werden es lieben“.
Der originale Post:
Mit anderen Worten: Entweder man mag, was er macht oder nicht. Was er macht, entscheidet aber nur er allein. Klingt ziemlich authentisch für einen Mainstream-Künstler.
In den letzten Jahren öffnete Tiësto sein musikalisches Spektrum noch weiter als zum damaligen Stilwechsel, produzierte etwa im letzten Jahr Drum ˈnˈ Bass oder auch Afro House. Auch schnellere Nummern befinden sich nach Jahren wieder im Repertoire des Künstlers. So erzielte er, ebenfalls 2024, einen riesigen kommerziellen Erfolg mit dem Hard-Dance-Remake zu Didos „Thank You“.
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