Wer an Female-Party-Power denkt, kommt an Dara Kristen Hayes, besser bekannt als DJ Tigerlily, nicht vorbei. Nicht nur regelmäßige Auftritte im Radio, in Podcasts und unzählige Kooperationen mit Magazinen und Marken stehen bei Tigerlily auf dem Programm, sie ist auch jedes Jahr bei zahlreichen DJ-Gigs auf der ganzen Welt zu erleben und begeistert dabei Massen. Mit ihrer Ausstrahlung reißt sie spätestens auf der Bühne jeden in ihren Bann. Eine australische DJ-Competition war der Startpunkt für ihre erfolgreiche Karriere und inzwischen teilt sie sich die Bühne mit großen Namen wie Tiësto, Afrojack, Armin van Buuren, David Guetta und Co. Mit einem der erfolgreichsten Labels, Universal, hinter sich erobert sie Stück für Stück die Welt. Nach einer langen Tour durch Europa, Asien und Amerika ist Dara wieder zurück in Australien und verbringt die Quarantäne-Zeit in ihrer Heimatstadt. Wir haben sie nach dem Release ihrer neuesten Single „Get Down“ interviewt und konnten einiges über sie erfahren.

 

Hey, Dara. Ich freue mich, dass du dir die Zeit genommen hast, mit uns zu reden! Wie ist es dir in den letzten Monaten während der Corona-Pandemie ergangen?

Hallo! Mir erging es soweit gut, danke. Es hat mein Leben natürlich sehr verändert, aber der Tempowechsel war eine schöne Abwechslung und ich genieße es, viel Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie zu verbringen. Allerdings vermisse ich das DJing sehr und ich kann es kaum erwarten, wieder loszulegen.

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner neuesten Single „Get Down“, die am 1. Mai veröffentlicht wurde. Wir finden deinen neuen Track großartig. Wie würdest du deinen persönlichen Musikstil beschreiben? Gibt es einen Unterschied zwischen dem, was du veröffentlichst, und dem, was du bei deinen Auftritten spielst?

Vielen Dank! Es wird dieses Jahr noch viel mehr Musik rauskommen und ich freue mich sehr darauf, sie allen zu präsentieren. Im Moment macht es mir wirklich Spaß, Musik zu schreiben, die Elemente von Electro-House und Brazilian Bass enthält, aber ich schreibe auch eine Menge kommerzielle bzw. Popmusik, die ich gerne später im Jahr releasen möchte. Bei meinen Auftritten spiele ich definitiv eine große Mischung aus allem: Dance-Music und kommerzielle Sing-Alongs. Ich sorge gerne dafür, dass sich jeder einbringen und amüsieren kann.

Wir haben in einem Q&A gehört, dass ein australischer DJing-Wettbewerb der Startschuss deiner Karriere war. War es schon damals dein Plan, hauptberuflich als DJ zu arbeiten? 

Richtig, ich startete in einem Wettbewerb namens „Your Shot“, den es bis heute gibt. Ich hatte damals nicht die Absicht, professioneller DJ zu werden – ich wollte das DJing nur als Hobby betreiben, weil ich Musik so sehr liebte! Ich hätte mir damals nie vorstellen können, was in den nächsten zehn Jahren passieren würde!

In Australien gehörst du schon lange zur DJ-Elite und wurdest sogar zum „#1 female DJ“ gewählt. Außerdem warst du bereits mit Tiësto international auf Tour. Welche Ziele hast du und gibt es bestimmte Sachen, die du noch erreichen willst?

Ich freue mich wirklich darauf, immer mehr an meiner Musik zu arbeiten, vor allem jetzt, wo das Touren so schwierig ist – und das wird in den kommenden Jahren aufgrund von COVID-19 wahrscheinlich auch so bleiben. Ich würde gerne beim Radio arbeiten und bei dieser Gelegenheit auch einige junge, aufstrebende DJs als Mentorin betreuen. Und ich kann es kaum erwarten, dass Übersee-Reisen wieder möglich sind. Dann werden wir zurückkommen und richtig feiern!

Du hast bereits auf fast allen großen Bühnen dieser Welt gespielt und bist außerdem sehr präsent in der Radio-, YouTube- und Podcast-Welt. Wie bekommst du all das in deinem täglichen Leben unter einen Hut?

Ich habe ein großartiges Team, mit dem ich jeden Tag zusammenarbeite. Alle Beteiligten sind eine sehr große Unterstützung und helfen mir, produktiv und organisiert zu bleiben!

Wir wissen auch, dass du dich bei einigen Tierschutz- und Wohltätigkeitsorganisationen engagierst und viel Sport machst. Was dient dir als Ausgleich, wenn du mal etwas Ruhe brauchst?

Das Gleichgewicht zu halten, kann definitiv schwierig sein, aber Dinge wie Tierrechtsaktivismus und Bewegung machen mir Spaß – das ist alles andere als eine lästige Pflicht für mich. Im Moment verbringe ich viel Zeit in der Natur und zelte oft; das ist wirklich schön, bringt Abwechslung in mein Leben und erlaubt es mir, mich ernsthaft auszuruhen.

Abgesehen vom DJing beschäftigst du dich auch viel mit Veganismus und hast eine große Leidenschaft für Hunde. Du verrätst online viel über dein Privatleben und die Nähe zu den Fans scheint für dich sehr wichtig zu sein. Wie pflegst du den Kontakt zu deinen Fans und Followern?

Für mich ist es sehr wichtig, online wirklich ehrlich zu meinen Fans und Followern zu sein. Ich hasse es, wenn Leute online nicht echt sind oder ihren Followern nur die positiven Highlights zeigen. Es ist wichtig für mich, meinen Followern zu zeigen, dass ich ein ganz normales Mädchen bin, das einfach einen leicht verrückten Job hat.

Auf deiner Website beschreibst du dich als „Everyday Aussie Girl“. Kannst du deinen europäischen und nicht australischen Fans erklären, was der australische Lebensstil für dich bedeutet?

Beim australischen Lebensstil geht es darum, entspannt zu sein, Zeit im Freien zu verbringen und mit Freunden ein paar Bier zu trinken. Australier lieben es, Witze zu machen, Partys zu feiern und ein paar Abenteuer zu erleben. Es besteht eine ernsthafte Freundschaft zwischen Aussies, besonders wenn wir uns in Übersee treffen. Die meisten Aussies wachsen am Strand oder in der Natur auf, was schön ist, denn es bedeutet, dass unser Lebensstil superaktiv und von der Natur beeinflusst ist.

Nun zu deinen Haaren: Die knalligen Farben sind definitiv ein Markenzeichen von dir. Oft zeigst du dich aber auch naturblond. Wir mögen beides, wollen dazu aber mehr wissen: Trägst du Perücken oder färbst du deine Haare immer wieder? Und wie bist du auf die Idee gekommen, so auffällige Haarfarben zu tragen?

Ich trage bei meinen Auftritten Perücken. Wenn ich nicht auftrete, trage ich meine naturblonden Haare. Vor Jahren habe ich mein echtes Haar tatsächlich blau, rosa, violett usw. gefärbt und alle möglichen verrückten Farben getragen. Für mich ist es inzwischen viel einfacher, Perücken zu tragen – mein Haar wird so auch viel weniger strapaziert. Ich weiß nicht, wie ich auf die Idee gekommen bin, mein Haar so auffällig zu färben, ich erinnere mich nur, dass ich es immer geliebt habe, Models mit verrückten Haarfarben zu sehen, und das wollte ich nachahmen!

Du warst bereits auf vielen Zeitschriftencovern zu sehen und hattest Kooperationen mit Magazinen wie Women’s Health, GQ, Teen Vogue usw. Gibt es in diesem Bereich etwas, worauf du besonders stolz bist? Was fehlt noch in deiner Sammlung?

Ich würde mich freuen, wenn ich hier in Australien auf dem Cover der Women’s Health zu sehen wäre. Als DJ gelten wir als „Partylöwen“ und „ungesund“ und ich möchte der Welt zeigen, dass man DJ sein und trotzdem ein gesundes, ausgeglichenes Leben führen kann! Es ist mir wichtig, jungen Frauen zu zeigen, dass man beides machen kann.

Auch mit berühmten Marken bist du bereits Kooperationen eingegangen – so arbeitest du beispielsweise mit JBL schon seit einer Weile zusammen. Warum gerade diese Marke und was gefällt dir an der Zusammenarbeit mit JBL?

Ich liebe alles an JBL. Die Club-Kopfhörer für das DJing und die Lautsprecher für die Produktion sind fantastisch. Ich kann einfach nichts Besseres finden. Ganz zu schweigen von den lärmdämmenden Kopfhörern zum Fliegen und den Ohrstöpseln zum Arbeiten und Trainieren! Aber nicht nur die Qualität der Produkte ist einzigartig, auch die JBL-Familie selbst. Ich habe davor bereits mit vielen Marken zusammengearbeitet und kann euch ehrlich sagen, dass die Freunde und Beziehungen, die durch JBL entstanden sind, und die Erinnerungen und Erfahrungen, die ich so machen konnte, echt besonders sind. Ich fühle mich wirklich als Teil der JBL-Familie, und das macht mich sehr glücklich! 

JBL ist eine der führenden Kopfhörermarken und hat die neue „JBL CLUB Series“ gemeinsam mit den JBL-Markenbotschaftern entwickelt. Welchen Beitrag hast du zu den Kopfhörern geleistet? Was ist besonders an der Serie?

Zu helfen, die Kopfhörer zu designen, war etwas ganz Besonderes für mich. Ich war in der Lage, eine spezielle Klangvoreinstellung oder ein spezielles Design für meine Kopfhörer zu entwerfen, und konnte auch die Farbe und die Materialien für meine Kopfhörer auswählen. Bei der Herstellung meines Kopfhörers wurde rosafarbenes und weißes veganes Leder verwendet, was absolut fantastisch ist! Wir haben auch viel Feedback zu verschiedenen Formen, Größen und Farbmöglichkeiten geben können, was großartig war!

Mit den JBL-CLUB-Kopfhörern kannst du deine EQ-Einstellung unter anderem über die Funktion Stage+ vornehmen. Was ist das Besondere an deinen Voreinstellungen und was können die Nutzer erwarten?

Meine Voreinstellung wurde von mir entworfen. Eben so, wie ich gerne Musik höre. Es ist schwer zu erklären, wie meine Kopfhörer im Vergleich zu den der anderen DJs klingen, die im Rahmen dieses Projekts mit JBL zusammengearbeitet haben, da sie für jeden Menschen auf diesem Planeten völlig anders klingen können! Alles, was ich sagen kann, ist: Besorgt euch ein Paar Kopfhörer, ladet die App herunter und hört selbst!

Es ist wirklich ein langer Weg nach Australien, das wissen wir alle – dennoch warst du bereits auf fast allen Kontinenten unterwegs und hast in vielen Ländern Europas, Asiens und Amerikas gespielt. Gibt es Orte, die dir besonders gut gefallen haben? Und wo warst du noch nie, möchtest aber unbedingt mal hin?

Mir gefällt es aus verschiedenen Gründen überall! Noch nie als DJ aufgelegt habe ich in Finnland, Brasilien, Südafrika, Indien und der Türkei – und das möchte ich auf jeden Fall noch tun.

Gib uns mal einen Einblick in deinen ganz privaten Musikgeschmack: Was sind deine fünf absoluten Lieblingstracks?

Das ist sehr schwierig. Aber hier sind sechs Tracks, ohne die ich auf keinen Fall leben könnte.

Deadmau5 – Strobe
George Michael – Freedom
Yellow Card – Ocean Avenue
Dua Lipa – Levitating
Tegan und Sara – Nineteen
Six60 –Purple

Last, but not least: Worauf können wir uns in Zukunft freuen? Welche Projekte sind in Planung, über die du bereits sprechen kannst?

Viel neue Musik. Dance und Pop! Ich kann es kaum erwarten, dass ihr sie hört. Ich freue mich, eine große Australien-Tour zu machen, wenn wir wieder in den Clubs spielen dürfen, und dann eine große Welttournee, wenn wir nach Übersee fliegen können. Ich habe vor, meine Shows zu etwas ganz Besonderem zu machen. Bis dahin arbeite ich weiter an Musik, im Tierrechtsaktivismus und stelle über soziale Medien eine Verbindung zu meinen Followern her. Vielen Dank für das großartige Interview und all die schönen Fragen!

Aus dem FAZEmag 101/07.2020
Text: Ginger Lemm
Fotos: Jolanta Morgan & Jessica McDonald
www.djtigerlily.com