Tour-Manager bringt DJ in Gefahr & verschwindet anschließend

Die koreanische DJ und Produzentin 7ip7o3 erhebt schwere Vorwürfe gegen Deepak Rawat alias Dekstro, der ihre Indien-Tour als Host betreut haben soll.

In einem Instagram-Posting schildert sie mehrere Vorfälle und veröffentlicht dazu Nachrichten, Fotos und Quittungen. Sie fordert ausstehende Gagen und die Erstattung einer Geldstrafe.

Vor ihrer Reise seien klare Vereinbarungen getroffen worden. Alle Gagen sollten in US-Dollar ausgezahlt werden. Außerdem habe der Veranstalter sie während der gesamten Tour nach Delhi, Itanagar und Bengaluru begleiten und für ihre Sicherheit verantwortlich sein sollen.

Laut 7ip7o3 seien diese Absprachen nicht eingehalten worden. Stattdessen habe es mehrere organisatorische Probleme, finanzielle Unstimmigkeiten und Situationen gegeben, die ihr Sicherheitsgefühl beeinträchtigt hätten.

Besonders problematisch sei ein geplanter Auftritt in Itanagar gewesen. Nachdem sie stundenlang zum Veranstaltungsort gereist sei, habe der Veranstalter entschieden, dass sie an diesem Abend nicht auftreten solle.

Sie sei dabei nicht konsultiert worden und habe die Gespräche wegen einer für sie unverständlichen Sprache nicht nachvollziehen können. Ihr sei anschließend mitgeteilt worden, dass sie trotzdem 100 Prozent ihrer Gage für den Abend erhalten werde.

Die Vorgehensweise bezeichnet 7ip7o3 jedoch als völlig unprofessionell, da die Entscheidung ohne ihre Beteiligung getroffen worden sei. Auch die Weiterreise nach Bengaluru verlief nach ihrer Darstellung problematisch.

Weniger als 24 Stunden vor dem Flug habe der Veranstalter mitgeteilt, dass er selbst keine Reise gebucht habe und es sich nicht leisten könne, sie zu begleiten. Statt des vereinbarten Hotels sei sie zu einem männlichen Freund des Veranstalters geschickt worden, den sie zuvor nicht gekannt habe.

Zwar sei dieser letztlich freundlich gewesen, dennoch kritisiert 7ip7o3 die Unterbringung als Sicherheitsrisiko für eine allein reisende Artistin.

Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich laut ihrer Darstellung bei der Ausreise am Flughafen in Delhi. Dort hätten Einwanderungsbehörden sie festgehalten, weil ihr eine PAP, eine Protected Area Permit für Itanagar, fehlte.

7ip7o3 zufolge hatte der Veranstalter sie zuvor weder über die erforderliche Genehmigung informiert noch diese für sie beantragt. Gleichzeitig habe er während ihrer Festsetzung eingeräumt, selbst eine PAP für die Reise beantragt und erhalten zu haben.

Die DJ wurde nach eigenen Angaben fast vier Stunden im Einwanderungsbüro festgehalten. Der Veranstalter habe sich geweigert, zum Flughafen zu kommen oder die von den Behörden geforderte Zahlung online zu übernehmen.

Um ihren Rückflug nicht zu verpassen und weitere rechtliche Konsequenzen zu vermeiden, habe sie deshalb ihre Familie in Korea um Geld bitten müssen. Damit bezahlte sie laut ihrer Schilderung eine Geldstrafe von 50.000 INR, umgerechnet etwa 455 Euro, direkt vor Ort.

Auch bei der anschließenden Abrechnung habe es Unstimmigkeiten gegeben. Am Flughafen habe ihr der Veranstalter einen Umschlag überreicht und behauptet, darin befänden sich 500 US-Dollar als Teilzahlung. Tatsächlich sei die Summe in INR ausgezahlt worden und habe unter dem Gegenwert von 500 US-Dollar gelegen.

Damit sei auch die ursprüngliche Vereinbarung über eine Bezahlung in US-Dollar nicht eingehalten worden. Die restliche Gage und die Erstattung der Geldstrafe habe der Veranstalter innerhalb von 48 bis 72 Stunden per PayPal überweisen wollen.

Als Begründung habe er angegeben, dass der Veranstaltungsort die entsprechenden Gelder noch nicht ausgezahlt habe. 7ip7o3 wandte sich daraufhin direkt an andere beteiligte Organisatoren. Diese hätten ihr bestätigt, dass sie den Veranstalter bereits vollständig bezahlt hätten.

Nach ihrer Darstellung habe es sich bei dem Bargeld, das sie von ihm erhalten hatte, genau um die Summe gehandelt, die ihm von den anderen Organisatoren zur Verfügung gestellt worden war.

Seit dem 30. August seien nach Angaben der DJ wiederholt angekündigte Fristen verstrichen. Gleichzeitig habe der Veranstalter weitere Begründungen geliefert, die 7ip7o3 als unwahr bezeichnet. Die ausstehenden Gagen und die Erstattung der Geldstrafe seien weiterhin nicht beglichen worden.

Mit ihrem Posting wolle sie deshalb nicht nur die offenen Zahlungen einfordern, sondern ihre Community auch warnen. Sie veröffentlichte dafür nach eigenen Angaben Nachrichten und Quittungen, darunter Belege über die von der Einwanderungsbehörde verhängte Geldstrafe.

„Ich schäme mich, das öffentlich zu posten, aber da die Dinge immer seltsamer werden, bleibt mir keine andere Möglichkeit, als das hier zu teilen“, schreibt 7ip7o3 zu ihrem Beitrag.

Vor der Tour habe der Veranstalter zudem Interesse daran geäußert, künftig weitere koreanische DJs einzuladen. Nach den nun geschilderten Erfahrungen wolle sie jedoch niemandem aus ihrer Community eine Zusammenarbeit mit ihm empfehlen.

Am Ende ihres Statements richtet sie sich direkt an Deepak Rawat, den sie erst im Nachhinein namentlich nannte. Ihre Community bat in Kommentaren darum: „Kontaktiere mich so schnell wie möglich und zahle mir den noch ausstehenden Betrag.“

 

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