Trauriges Statement: Wiener Technoclub muss schließen

Die Nachricht trifft die Szene wie ein Schlag: Der Wiener Technoclub Ponyhof verkündet auf Instagram seine vorläufige Schließung.

„Ihr habt die Gerüchte gehört und leider sind sie wahr“, beginnt das Statement. Finanzielle Probleme, die bereits einige Gäste bemerkt hatten, zwingen den Club zur Pause auf unbestimmte Zeit. Die Zukunft ist ungewiss.

Der Ponyhof war kein gewöhnlicher Club. Im 15. Bezirk Wiens gelegen, galt er als einer der wichtigsten Treffpunkte für elektronische Musik, Subkultur und queere Communitys. Sein Markenzeichen: eine experimentierfreudige Musikmischung aus Techno, Electronic, gelegentlich auch Hip Hop und Soul – bei bewusst gemäßigter Lautstärke.

So entstand ein Raum, in dem sowohl getanzt als auch geredet werden konnte. „Dieser Ort war immer mehr als nur ein Club. Ein Zuhause, ein Spielplatz, ein Raum für Liebe, Lachen und unvergessliche Erinnerungen.“

Die Betreiber sprechen von gebrochenen Herzen und einem Realitätsschock, der auch durch die Leidenschaft und das Herzblut der Crew nicht abgefedert werden konnte. Trotz großer Verbundenheit zur Community: Die wirtschaftlichen Herausforderungen waren zu groß.

Der Club war bekannt für sein Raum-in-Raum-Konzept, das eine starke akustische Atmosphäre im Inneren erzeugte, ohne Anwohner mit Lärm zu belasten. Besonders geschätzt wurde das Ponyhof-Awareness-Team: Mit Null-Toleranz gegenüber Diskriminierung, einem Fotoverbot und fairen Eintrittspreisen von meist nur 5 bis 10 Euro war der Club bewusst niederschwellig – und wurde dafür geliebt.

Neben klassischen Clubnächten bot der Ponyhof auch Kunst- und Community-Veranstaltungen, Diskussionsrunden und Stammtische. Damit positionierte sich der Club als offener Ort für gesellschaftliche und kulturelle Experimente.

Diese Vielseitigkeit machte ihn zu einem kulturellen Fixpunkt in Wiens alternativer Musikszene. „Wir wissen noch nicht, ob wir jemals wieder öffnen können. Aber wir sind dankbar für jeden einzelnen von euch, der mit uns getanzt, gelacht, geweint und gelebt hat.“

Der Abschied fällt schwer. Noch versuchen die Betreiber, eine letzte Abschlussparty zu organisieren. Ob und wann der Club je zurückkehrt, bleibt offen. „Es ist kein Goodbye für immer, es ist ein See You Later.“

Die Betreiber ermutigen die Community, Kontakt aufzunehmen: „Wenn ihr Fragen habt oder uns unterstützen oder helfen möchtet, zögert nicht, uns zu schreiben.“ Sie hoffen auf ein Wiedersehen und schließen mit einem emotionalen Gruß: „Wir lieben euch mehr, als Worte sagen können. Passt auf euch und aufeinander auf – wir werden euch sehr vermissen.“

 

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