
Trotz eindringlicher Warnungen haben Zehntausende an einem illegalen Rave auf einem ehemaligen Militärgelände in Frankreich teilgenommen.
Die Veranstaltung im französischen Cornusse nahe Bourges begann am Freitag und zog bis Samstag laut Szeneangaben zwischen 35.000 und 40.000 Menschen an. Das Gelände gilt als besonders riskant, da es seit rund 150 Jahren militärisch genutzt wurde.
Behörden warnten vor Blindgängern und nicht explodierter Munition, darunter alte Artilleriegeschosse. Besucher wurden ausdrücklich aufgefordert, angrenzende Waldgebiete zu meiden.
Am Samstag mussten Sprengstoffexperten eingreifen, nachdem in der Nähe einer Straße auf dem Gelände eine Granate entdeckt worden war. Die Warnungen hielten viele Teilnehmer jedoch nicht davon ab, an der nicht genehmigten Technoparty festzuhalten.
Die Behörden begleiteten das Geschehen mit einem Großeinsatz. Rund 600 Polizeikräfte sowie 45 Feuerwehrleute waren vor Ort. Ziel war es, trotz der Illegalität der Veranstaltung Sicherheitsrisiken zu minimieren und Auswirkungen auf Anwohner möglichst gering zu halten.
Seit Freitagnachmittag registrierten die Einsatzkräfte laut Spiegel mehr als 30 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie über 26 Verkehrsdelikte. Zudem wurden zwölf Menschen leicht verletzt und vier Personen vorübergehend festgenommen.
Für viele Teilnehmer hatte der Rave auch eine politische Bedeutung. Der Ort wurde bewusst gewählt, da Bourges die Geburtsstadt des französischen Innenministers ist, dessen Politik als Auslöser verschärfter Maßnahmen gegen illegale Technopartys gilt (FAZEmag berichtete).
Eine 19-jährige Besucherin bezeichnete die Veranstaltung als Protest und erklärte, es handle sich um „eine starke Botschaft gegen Unterdrückung“. Der Rave wird damit auch als direkte Reaktion auf den zunehmenden Druck auf die freie Technoszene in Frankreich verstanden.
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Quelle: Spiegel
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