UK: Fast die Hälfte aller neuen Venues 2025 sind bereits wieder geschlossen

Die Lage britischer Clubs und Veranstaltungsorte verschärft sich weiter. Laut einer Analyse der Plattform TicketSource sind bereits 48 Prozent aller 2025 eröffneten Live-Musik- und Unterhaltungsstätten in Großbritannien wieder geschlossen.

Für die Untersuchung wurden Daten des britischen Handelsregisters Companies House ausgewertet. Analysiert wurden Veranstaltungsorte aus den Bereichen Musik, Unterhaltung und Kultur, die in den vergangenen zehn Jahren eröffnet wurden.

Die Ergebnisse zeigen, wie kurzlebig viele neue Locations inzwischen sind. Im Durchschnitt bestehen die erfassten Betriebe nur 2,1 Jahre. Zudem schließen 73 Prozent aller Veranstaltungsorte noch vor ihrem dritten Jahr.

Noch drastischer fällt der langfristige Trend aus: 89 Prozent der untersuchten Locations erreichen laut Bericht nicht einmal ein Alter von neun Jahren. Damit wächst der Druck auf Betreiber und die gesamte Club- und Livemusikszene weiter.

Im vergangenen Jahr eröffneten in Großbritannien durchschnittlich etwa 15 neue Veranstaltungsorte pro Woche, gleichzeitig schlossen jedoch elf. Unter dem Strich blieb damit nur ein Nettogewinn von vier neuen Locations pro Woche.

Besonders auffällig ist dabei das Verhältnis zwischen Neueröffnungen und Schließungen. Von 100 neu eröffneten Veranstaltungsorten mussten 69 bereits wieder schließen. Die aktuelle Entwicklung deutet damit auf eine zunehmend instabile Infrastruktur hin.

Terry Rosoman von TicketSource erklärt gegenüber Mixmag: „Großbritannien steht zwar noch nicht kurz vor dem Aussterben, aber der Abstand ist gering genug, um die Frage unangenehm real erscheinen zu lassen“.

Weiter sagte er: „Im Jahr 2025 kamen in der Branche insgesamt 242 Betriebe hinzu, wobei 799 Neueröffnungen 557 Schließungen gegenüberstanden. Oberflächlich betrachtet sieht das immer noch nach Wachstum aus, aber die Kluft verringert sich deutlich“.

Besonders problematisch seien die ersten Jahre neuer Veranstaltungsorte. Rosoman erklärte dazu: „Die Daten zeigen auch, dass viele Schließungen frühzeitig erfolgen. Und in Wirklichkeit ist das oft der schwierigste Teil – eine großartige Veranstaltungskonzeption in etwas wirklich Dauerhaftes zu verwandeln“.

Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, könnten die Schließungen langfristig die Zahl der Neueröffnungen erreichen. Rosoman warnte: „Wenn sich dieser Trend in ähnlichem Tempo fortsetzt, könnten die Schließungen innerhalb des nächsten Jahrzehnts den Neueröffnungen entsprechen.“

Auch in Deutschland zeichnet sich seit Jahren ein ähnliches Clubsterben ab: Eine Studie der LiveKomm ergab, dass 16% der befragten Musikclubs eine Schließung bis Ende 2025 erwägen, während 43% eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage erwarten – verursacht durch steigende Kosten und sinkende Besucherzahlen.

In Berlin dachten laut Clubcommission fast die Hälfte der Clubs über eine Schließung 2025 nach, mit Umsatzrückgängen von bis zu 9% und Gewinnminderungen von bis zu 19%. Bundesweit schlossen sich viele Gastronomiebetriebe (12.300, inkl. Clubs), und Prognosen stufen rund ein Drittel der Clublandschaft als gefährdet ein.

Quelle: Mixmag

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