Personal packt aus: Schwere Anschuldigungen gegen Leipziger Techno-Club

Nach dem Aus des Leipziger Clubs Axxon N. werden schwere Vorwürfe gegen die ehemalige Clubleitung öffentlich. Grundlage der Anschuldigungen ist ein Bericht des Musikmagazins Groove, in dem frühere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über problematische Zustände hinter den Kulissen berichten.

Demnach soll es unter anderem erhebliche Mängel beim Brandschutz und Sicherheitskonzept gegeben haben. Kritisiert werden außerdem eine offenbar nie vollständig abgenommene Lichtinstallation sowie ausstehende Gagen und nicht bezahlte Überstunden, die nach der Insolvenz verloren gegangen seien.

Besonders umstritten ist zudem eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA), die Mitarbeitende laut Bericht bereits vor Betriebsstart unterschreiben mussten. Bei Verstößen sollen Vertragsstrafen von bis zu 5.000 Euro gedroht haben – ein Vorgehen, das in der Clubszene als äußerst ungewöhnlich gilt. Der frühere Geschäftsführer Lucas Pulkert verteidigte die Maßnahme gegenüber der Groove als Schutz der Privatsphäre von Gästen und Künstlern.

Für zusätzliche Diskussionen sorgt der Umgang mit dem Darkroom-Bereich des Clubs. Eine ehemalige Mitarbeiterin berichtet von massiven Sicherheitsbedenken, darunter einer offen zugänglichen Gleitgelfontäne, die theoretisch manipulierbar gewesen sei. Kritisiert wird außerdem, dass wichtige Standards für Awareness, Hygiene und den Umgang mit möglichen Übergriffen anfangs nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.

Die ehemalige Clubleitung weist zentrale Vorwürfe zurück. Laut Pulkert sei der Darkroom erst nach monatelanger Vorbereitung eröffnet worden, zudem seien bei entsprechenden Veranstaltungen spezialisierte Awareness-Kräfte vor Ort gewesen. Fehler räumt der Ex-Geschäftsführer zwar ein, vorsätzliches Fehlverhalten bestreitet er jedoch.

Das Axxon N. war 2025 als Nachfolger des früheren Institut für Zukunft gestartet und musste bereits nach rund einem Jahr Insolvenz anmelden.

Den vollständigen Bericht könnt ihr bei unseren Kollegen von der Groove lesen.

Foto: Joao de Carvalho

Quelle: Groove

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