
Wer Intimität, Atmosphäre und ein besonderes Miteinander über Größe und Massencharakter stellt, dem sei vom 7. – 9. August das UNIO Festival ans Herz gelegt. In unmittelbarer Nähe zu Berlin, auf polnischer Seite, findet das bewusst limitierte Event inmitten einer beeindruckenden Natur- und Schlosskulisse statt. Schon bei der Debüt-Edition im letzten Jahr wusste das UNIO dank seiner besonderen Stimmung zu faszinieren und will für die zweite Ausgabe daran anknüpfen. Gründer Marco erzählt uns im Gespräch mehr zur Location, zum Sound und dem Spirit des Festivals.
Eine der größten Besonderheiten des Festivals ist die Venue – ein altes Schloss in Seelage. Erzähl uns etwas zur Location und wie ihr darauf aufmerksam wurdet.
Wir wollen Orte finden, die etwas Besonderes mitbringen. Die erste Edition war ursprünglich in den Bergen Italiens geplant. Vor der Umsetzung ist der Besitzer der Location jedoch abgesprungen, weshalb wir spontan umplanen mussten. Über unser Netzwerk sind wir dann auf das Schloss in Polen gestoßen. Die Location hat uns sofort überzeugt – vor allem durch ihre Abgeschiedenheit und das Umfeld. Umgeben von Natur und mit direkter Nähe zum Wasser entsteht dort eine Ruhe, die den Fokus automatisch auf die Musik und das gemeinsame Erlebnis lenkt.
Ein intimes, familiäres Setting und eine damit verbundene limitierte Besucherkapazität gehören fest zur UNIO-Vision. Seht ihr dennoch Wachstumspotenzial?
„Von Freunden für Freunde“ beschreibt uns am besten, und genau das wollen wir bewahren. Die Limitierung auf eine überschaubare Anzahl an Gästen ist eine bewusste Entscheidung, um Nähe und Intensität zu erhalten. Gleichzeitig denken wir UNIO nicht nur als Festival. Im Clubkontext wollen wir über das Jahr verteilt sichtbarer sein, neue Orte bespielen und mit unterschiedlichen Formaten arbeiten.

Euer Sound ist klar durch House und Minimal geprägt; Vinyl spielt bei euch eine wichtige Rolle. Welche musikalische Philosophie steckt hinter eurer Kuration?
Für uns steht die Musik immer am Anfang – noch vor der Location oder anderen Aspekten. In der Kuration des Line-ups geht es nicht um große Namen, sondern darum, ob ein Artist klanglich zu uns passt. Oft entsteht ein Booking aus dem Moment heraus, weil uns der Sound überzeugt. Welches Medium dabei genutzt wird, ist für uns zweitrangig, im House- und Minimal-Kontext spielt Vinyl aber nach wie vor eine große Rolle. Dass ein Großteil der Sets auf Platte stattfindet, ergibt sich daher organisch aus dem Sound und der Auswahl der Artists.
Wie seid ihr technisch aufgestellt? Welches Soundsystem erwartet die Gäste?
In diesem Jahr arbeiten wir erstmals mit einem Funktion-One Soundsystem. Außerdem operieren wir mit einem eigenen Team, das sich gezielt um Einmessung und Feinabstimmung kümmert. Sowohl Indoor- als auch Outdoor-Floor werden individuell eingestellt.

Wo findet man euch und euren Sound in Deutschland?
Unser Ursprung liegt im Ruhrgebiet, gleichzeitig haben wir enge Verbindungen nach Berlin aufgebaut. Wenn man unseren Sound in Deutschland verorten will, kommt man an Berlin kaum vorbei, da dort die größte Dichte an Veranstaltungen und Artists in unserem Bereich existiert. Im Ruhrgebiet ist dieser Sound seltener geworden. Gerade deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe, ihn dort weiterhin zu vertreten und eigene Räume dafür zu schaffen.
Tickets erhaltet ihr unter uniofestival.ticket.io. Hier könnt ihr der UNIO-Telegramgruppe beitreten.
Line-up: Alben & Laje, Aaron Gehrig, Bonjessu, Choch:i, Hayda, Hen Greca, Kiese, maos, Meese, MLNK, Moogli, Monika Ross, Paolo Infantino, Peppi, Ragan, Robert Monarch, Simma, Some Guy, Superlounge, Vanni, Valerie, Zohki