
Mit seinem neuen Album „Digital Suspiria“ verdichtet der New Yorker Produzent Vexillary technoide Energie, okkulte Unterströmungen und cybernetischen Glanz zu einem düsteren Klangritual zwischen EBM-Wurzeln und maschineller Melancholie. Begleitend zur LP ist nun ein Videospiel veröffentlicht worden. Wir wollten wissen, was dahintersteckt.
Wann wurde dir klar, dass „Digital Suspiria“ spielbar werden musste?
Album und Artwork waren bereits voller Cyberpunk. Gleichzeitig habe ich wieder mehr gezockt und fragte mich, wie es wäre, diese Welt wirklich erkunden zu können. Erst bremste mich die Logistik: Ich war nicht sicher, ob das am Ende Spaß wirklich Spaß machen würde. Je weiter das Album wuchs, desto klarer wurde aber, dass es neben den Musikvideos ein weiteres Begleitstück braucht.
Was können die Games ausdrücken, was das Album allein nicht kann?
Games bringen Raum und Interaktion dazu. Das Album wird dadurch nicht nur Soundtrack, sondern zum Zugang in diese Welt. Videos verbinden Bild und Klang, aber Games lassen einen eintauchen und reagieren. Dabei merkte ich, wie gut sich Vexillarys Musik interaktiv übersetzen lässt.
Warum drei einzelne Games statt einer durchgehenden Erfahrung?
Ich springe selbst je nach Stimmung zwischen Games hin und her. Das hat die Form geprägt. Drei Mini-Games in eine Erfahrung zu bauen, war technisch anspruchsvoll. Jedes Game steht für einen anderen Track, mit eigenem Gameplay und eigener Umgebung.

Wie hast du den Sound des Albums in Bewegung, Tempo und Kampf übersetzt?
„Digital Suspiria“ entstand aus der Idee eines hexenhaften Hyperspace, in dem Magie und Technologie koexistieren. Daraus entwickelte sich eine Cyberpunk-Ästhetik. Das Gameplay sollte sich anfühlen wie „Tron“ meets „Ghost in the Shell“ – als futuristisches Space-Abenteuer. Jede Mechanik greift die Energie der Musik auf.
Welche Einflüsse anderer Games haben das Spiel geprägt?
Der Nahkampf ist von Hack-and-Slash-Games wie „Devil May Cry“ inspiriert, aber mit Techno-Twist. Das Third-Person-Action-Game nimmt Einflüsse von „NieR: Automata“ auf, vor allem den Genre-Mix. Als Racing-Fan wollte ich außerdem ein schnelles Rennspiel einbauen, inspiriert von klassischen Arcade-Racern.
Das Album ist am 20. März via con-trace erschienen. Das Game ist seit dem 26. Juni via digitalsuspiriagame.com spielbar.
Aus dem FAZEmag 174/08.26
Foto: KEYI Studio
instagram.com/vexillarymusic