Vorbild Frankreich: Wie Spotify Musikclubs finanzieren soll

Viele Hamburger Clubs kämpfen derzeit ums Überleben. Die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft will deshalb Streamingdienste wie Spotify stärker an der Finanzierung der Live-Musikbranche beteiligen.

Als Vorbild nennt sie Frankreich. Dort wird seit 2024 eine Streaming-Abgabe erhoben. Anbieter mit mehr als 20 Millionen Euro Jahresumsatz müssen 1,2 Prozent ihres Umsatzes abgeben. Im ersten Jahr kamen dadurch laut Linke Beträge im „hohen einstelligen beziehungsweise niedrigen zweistelligen Millionenbereich“ zusammen.

Das Geld fließt in Frankreich in Förderprogramme für die Musik- und Livebranche. Nach Vorstellung der Hamburger Linksfraktion könnten entsprechende Einnahmen unter anderem Musikschaffenden, unabhängigen Labels, Veranstaltungsorten und der Nachwuchsförderung zugutekommen.

Die Fraktion verweist zudem auf die aus ihrer Sicht niedrige Vergütung durch Streamingdienste. Nach Angaben ihres Antrags bringt ein Spotify-Stream nach gängigen Branchenberechnungen durchschnittlich 0,00286 Euro ein. 1000 Abrufe entsprechen damit 2,86 Euro.

„Gerade wird Hamburgs Finanzsenator nicht müde, von den Zeiten knapper Kassen zu sprechen. Mit unserem Antrag liefern wir eine Idee, wie die Kasse aufgestockt und gleichzeitig Musiker unterstützt werden können“, sagt Marie Kleinert, kulturpolitische Sprecherin der Linken in der Bürgerschaft.

Kleinert kritisiert, Musiker würden von Streamingdiensten „abgefertigt“. „Von Entlohnung kann hier keine Rede sein.“ Mit einer Abgabe nach französischem Vorbild wolle die Linke „die Livekultur und die Musikwirtschaft enorm stärken“.

Die Streaming-Abgabe soll nach dem Willen der Fraktion allerdings kein Ersatz für Veränderungen an Vergütungs- und Vertragsmodellen der Streamingdienste sein. Sie wäre vielmehr als zusätzliche Finanzierungsquelle für Musikschaffende und die Livekultur gedacht.

Über den Antrag soll die Hamburgische Bürgerschaft am 16. September beraten. Der Senat soll sich auf Bundesebene für eine entsprechende Abgabe einsetzen und der Bürgerschaft bis Ende März 2027 über seine Initiativen berichten.

Quelle: MoPo.de

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