
Robert Del Naja, Mitglied von Massive Attack, ist am 11. April bei einer Demonstration in London festgenommen worden.
Insgesamt wurden rund 500 Personen im Zuge der Proteste verhaftet. Die Kundgebung fand auf dem Trafalgar Square statt und wurde von Hunderten Menschen besucht. Sie richtete sich gegen das geplante Verbot der Gruppe Palestine Action sowie zur Unterstützung der Opfer im Gazastreifen.
Die Polizei griff ein und nahm Demonstranten wegen des Verdachts fest, eine verbotene Organisation zu unterstützen. Damit steigt die Gesamtzahl der Festnahmen im Zusammenhang mit Palestine Action auf 2.700.
Robert Del Naja nahm mit einem Plakat an der Demonstration teil, auf dem stand: „Ich bin gegen Völkermord, ich unterstütze die Palästina-Aktion“. Ein Video seiner Festnahme zeigt, wie er von Polizeikräften abgeführt wird.
Auf die Frage nach dem Grund seiner Festnahme erklärte er: „Ich werde unrechtmäßig verhaftet.“ Später äußerte er sich ausführlich zu dem Vorfall und kritisierte die rechtliche Grundlage der Maßnahmen.
In seiner Stellungnahme schreibt er: „Im Großbritannien des Jahres 2026 kann man nach dem Terrorism Act verhaftet werden, wenn man schweigend dasitzt und ein Pappschild hochhält, auf dem steht, dass man Völkermord ablehnt und gewaltlose Maßnahmen zu dessen Verhinderung unterstützt.“
Weiter beschreibt er die Situation als belastend: „Während des gesamten israelischen Völkermords in Gaza hatten die meisten Menschen, mich eingeschlossen, das Gefühl, allmählich den Verstand zu verlieren. Wie konnte die Welt, einschließlich der britischen Regierung, so etwas zulassen?“
Zudem kritisierte er Medien und Behörden scharf und bezeichnete deren Verhalten als „völligen Wahnsinn“. Dabei verwies er auch auf rechtliche Einschätzungen, wonach ähnliche Festnahmen bereits als rechtswidrig eingestuft worden seien.
Abschließend erklärte Del Naja, dass dieses Gefühl überwunden werden könne, wenn die Regierung internationale Gesetze einhalte, „für die frühere Generationen ihr Leben geopfert haben“.
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Quelle: Mixmag
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