Old glasses on a handwrited letter

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Warum Daniel Radcliffe immer Harry Potter bleiben wird

Als Harry Potter 1997 das Licht der Welt erblickte, löste er ein wahres Massenphänomen aus. Mit mehr als 450 Millionen verkauften Büchern bis 2015, zählen die Abenteuer um den jungen Zauberlehrling und seinen Freunden zu den größten Bucherfolgen der aktuellen Zeit. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer Verfilmung der Bücher kommen sollte. 2001 erreichte schließlich Daniel Radcliffe Weltbekanntheit, als er im zarten Alter von nur 12 Jahren der Hauptfigur Harry Potter sein Gesicht lieh. Seitdem ist im Leben des britischen Schauspielers viel passiert. Es folgten weitere Filme, Serien und auch Theaterproduktionen. Gerade für letztere erhielt Radcliffe immer wieder viel positive Resonanz. Und dennoch fällt es schwer, gänzlich den Charakter des anfänglich etwas unsicheren Zauberlehrlings auszublenden, der sich im Laufe der Jahre zu einem mutigen Helden entwickelt, ganz gleich, welche Rolle Radcliffe auch übernimmt. 

Die Nachwirkungen von Harry Potter

Auch 16 Jahre nach Verfilmung des ersten Teils, ist es immer noch die Harry Potter Rolle, die man mit Radcliffe in Verbindung bringt. Davon zeugen auch die vielzähligen Schlagzeilen zu seinem aktuellen Film „Imperium“, einem Thriller, in dem er einen FBI-Agenten spielt, der Zugang zur US-Neonazi-Szene sucht: „‚Harry Potter‘-Star Daniel Radcliffe mischt Neonazis auf“, „Vom Harry Potter zum Neonazi“ oder „Daniel Radcliffe – de Harry Potter a neonazi“. Auch international wird, wann immer möglich, Bezug zur Rolle seines Lebens genommen. Doch wieso ist das so? Wieso wird ein talentierter, junger Schauspieler, der bereits als Darsteller vielzähliger Charaktere brillieren konnte, immer wieder auf eine Rolle fixiert?

Großer kommerzieller Erfolg 

Zunächst einmal ist zu sagen, dass die gesamte Welt um Harry Potter herum eine große Faszination auf Leser und Zuschauer jeden Alters ausübt. Als damals der erste Band zum Verkaufsschlager avancierte, spielten sich in den Buchläden teilweise tumultartige Szenen ab. Es entstand ein Kult um die Welt Hogwarts, mit all ihrer Fantasie und dem Magischen, das sie umgibt, in deren Mitte allen voran Harry Potter stehen. Unter den Harry Potter Fans entstand ein Zusammengehörigkeitsgefühl, gerade für sehr junge Leser war dies eine prägende Zeit. Über Jahre hinweg konnte man die Entwicklung von Harry Potter verfolgen, sah ihn älter, stärker, mutiger und klüger werden. Man selbst reifte mit und entwickelte ein Identifikationspotential. Man selbst wollte so sein wie Harry Potter, treue Freunde finden, Abenteuer erleben, in einer Welt voller Magie leben. Viele Leser wurden gemeinsam mit Harry Potter und damit auch mit Daniel Radcliffe groß. Und das zu einer Zeit der Jugend, die sehr prägend ist. Eine solche Bindung zu einem Charakter kann man nur schwer wieder aufgeben. Wer den kleinen Jungen mit seiner Nickelbrille ins Herz geschlossen hat, der wird immer wieder auf die Emotionen, die er beim Lesen der Bücher und Schauen der Filme empfunden hat, zurückgreifen können. Daniel Radcliffe hat in seiner Rolle als Harry Potter viele Menschen erreicht, berührt und glücklich gemacht. Es war eine sowohl für ihn als auch seine Zuschauer prägende Rolle. Nicht vergessen sollte man dabei auch, dass Harry Potter schlichtweg auch einfach zu den kommerziell erfolgreichsten Filmen Radcliffes gehört. Allein die Verfilmung des ersten Teils sahen in Deutschland weit mehr als 12 Millionen Menschen. Als Harry Potter konnte er also auch weitaus mehr Menschen erreichen als mit jeder anderen Rolle, die er danach spielen sollte. Und selbst wer die Bücher nicht gelesen und die Filme nicht gesehen hat, wird Daniel Radcliffe als Harry Potter kennen. Zu groß war das Medienecho, zu immens der Hype, als dass man diesem Charakter aus dem Weg gehen konnte. Denn der Rattenschwanz von Produkten rund um Harry Potter ist endlos. Von kleinen Medienprodukten, wie diesem Quiz auf 2glory.de bis hin zu allen erdenklichen Merchandise wird man in kaum einem Kinderzimmer nicht damit konfrontiert.

Rollen, die man niemals los wird 

Radcliffe ist jedoch nicht allein wenn es darum geht, immer wieder mit einer bestimmten Rolle in Verbindung gebracht zu werden. So wird Julia Roberts für alle stets die „Pretty Woman“ sein, die mit ihrem herzlichen Lachen alle ansteckt. Selbst ihre Oscar-prämierte Rolle in „Erin Brockovich“ hat nie die Liebesgeschichte zwischen der Prostituierten Vivian und dem Geschäftsmann Edward in den Schatten stellen können. Und auch Rowan Atkinson wird immer „Mr. Bean“ bleiben, genauso, wie man Romy Schneider stets als Kaiserin Sissi wahrnehmen wird. Und wie viele unterhaltsame Stunden hat und Macauly Culkin als „Kevin – Allein zu Haus“ geschenkt? Jedes Jahr zur Weihnachtszeit sieht man sich die Filme immer wieder gern an. Aus dem kleinen blonden Bengel ist längst ein erwachsener Mann geworden. Und dennoch blitzt immer wieder das verschmitzte Lächeln des kleinen Kevins vor dem inneren Auge auf, wie er sich mutig den Einbrechern stellt, wann immer man aktuelle Bilder des Schauspielers sieht.