Weihnachten mit Robert


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Wenn der Penny Markt nach Marzipankartoffeln, mit Glibber gefüllten Lebkuchen und Printen riecht, die faltige Mutti von nebenan zum „guten“ Glühwein greift und die Teens wieder mit UGH-Boots durch die Gegend traben, ist der Winter und die jedes Jahr um gefühlte vier Wochen früher beginnende Marketingvorweihnachtszeit angebrochen. Auch im Hause KONZERN, welches von Herrn Gubot (CEO) vor ca. einem Jahr ins Leben gerufen wurde,stellt man sich auf die unternehmerfreundliche Phase der Endjahreszeit wohlgeplant ein. Mit dem Weihnachtsalbum „Weihnachten mit Robert“ will man nun auch im lukrativen Weihnachtsmusikgeschäft mitmischen und die Jahresabschlüsse ein wenig frisieren, damit der nächstjährige Börsengang reibungslos verläuft. Zum besseren Verständnis: Robert ist ein Roboter, der ursprünglich von KONZERN angeschafft wurde, um die zahlreichen Demo-Einsendungen pauschal abzusagen. Durch einen unglücklichen Kurzschluss begann Robert eines Tages nur noch Weihnachtsgedichte zu verschicken – und so hat man aus der Not eine Tugend gemacht und Robert das erste Weihnachtsalbum auf dem Label KONZERN einsingen lassen. Robert krakeelt in bester Robotermanier berühmte deutsche Volkslieder wie „Alle Jahre wieder“ und „Oh Tannenbaum“, vergreift sich in kommerziellen Balladen und wird vom „Geist der Weihnacht“ – welcher, soviel sei verraten, noch eine sehr wichtige Rolle spielen soll – marketingtechnisch unterbrochen, um seine eigenen – dauerhaft angestrengt und leidend-schief vorgetragenen – Lieder zum Besten zu geben, immer durch eine zuckersüße Midi-Orgel begleitet. Aber Spaß beiseite: So lustig die neue KONZERN klingen mag, so detailverliebt, raffiniert und harmonisch ist sie produziert. Auf jede Sekunde kommen im Hause KONZERN 10 Überstunden – und wenn Robert nach vorne gerufen wird, um Stellung zu nehmen, kann man nur noch von vollkommen professionellem Hörspiel sprechen. In Zeiten, wo berühmte Produzenten sich jahrelang abquälen, um ihre Alben zu kompilieren und zu produzieren, gelingt KONZERN auf dieser Weihnachtsplatte ein kleines aus dem Ärmel geschütteltes Meisterwerk. Wer noch ein bisschen Humor und Leidenschaft in der Techno-Szene besitzt, kommt an dieser Platte nicht vorbei. Und wer es doch schafft, wird mit Roberts Liebesbriefen bestraft.
sirpeterbourbon