Winterolympiade zwingt Veranstaltungsorte zur Schließung

Die Eröffnungszeremonie der Olympischen Winterspiele 2026 führte in Mailand zur vorübergehenden Schließung zweier Kulturorte.

Sowohl das Tempio del Futuro Perduto als auch die benachbarte Fabbrica del Vapore mussten am Wochenende ihren Betrieb einstellen. Das Team des multifunktionalen Kulturzentrums Tempio del Futuro Perduto teilte am Mittwoch, dem 4. Februar, auf Instagram mit, man habe „keine andere Wahl“ gehabt.

„Die Konsequenzen sind real“, hieß es dort. Betroffen seien zahlreiche Initiativen und Personen. Weiter erklärte das Team:

„Dutzende Menschen in Not müssen zum ersten Mal feststellen, dass das Sozialzentrum Muro della Gentilezza geschlossen bleibt. 50 Schüler der Scuola della Techno können keinen Unterricht mehr besuchen. 40 Künstler, Fotografen, Videografen und Schauspieler verlieren ihre Jobs.“

Zudem hieß es: „15 Darsteller und Tänzer können nicht proben. 18 Kulturschaffende sind arbeitslos. Diese ‚Nachhaltigen Olympischen Spiele‘ haben ja einen guten Start hingelegt.“ Auch die Fabbrica del Vapore musste schließen und erhielt keine Entschädigung für den Verdienstausfall.

Beide Veranstaltungsorte sind inzwischen wieder geöffnet. Tommaso Dapri, Gründer des Tempio del Futuro Perduto, sprach von einem „Missbrauch des städtischen Gleichgewichts“. Viele Tickets für die Spiele seien für durchschnittliche Mailänder zu teuer.

„Dies ist keine Position gegen die Olympischen Spiele“, sagte er gegenüber Resident Advisor. „Es ist ein Aufruf, anzuerkennen, dass globale Ereignisse mit lokalen soziokulturellen Ökosystemen koexistieren und diese nicht verdrängen dürfen.“

Er ergänzte: „Städte brauchen globale Sichtbarkeit, aber sie brauchen auch dauerhafte, verankerte und zugängliche Orte, die sie das ganze Jahr über lebendig halten.“


Quelle: Resident Advisor

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