
Wir müssen zusammen atmen, um zu überleben – Clubs werden immer mehr als Teil der heutigen Kultur angesehen. Sie zeichnen sich neben dunklen Räumen mit bunten Lichtern und lauter Musik vor allem durch viel Körpernähe und strahlende Gesichter aus. Vor allem in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit und sozialer Distanz stellen sie einen wichtigen Zufluchtsort für viele Menschen dar. Die Pandemie für einen Moment vergessen zu können, ist schließlich auch eine politische Verantwortung.
Und dennoch kämpfen viele Clubs und Diskotheken gerade heute um das Überleben oder mussten bereits schließen. Die fortbestehenden Corona-Maßnahmen lassen nicht nur «kein Clubfeeling zu», wie Theresa Kern, erste Vorsitzende der Clubkultur Baden-Württemberg, kommentiert sondern stellen auch finanziell einen Schlag für viele Einrichtungen dar. Während man mit anderen Branchen gnädiger umgeht, scheint die Wichtigkeit des Nachtlebens weiterhin im Hintergrund.
Clubkultur Baden-Württemberg verlangt in einer Pressemitteilung neben der Verlängerung von Kurzarbeitgeldern auch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Eintrittsgelder für Clubs, Musikspielstätten und Diskotheken. Außerdem sollen längerfristige Perspektiven geschaffen werden, um weitere Schließungen im kommenden Winter 2022 zu verhindern. Neben einer «Maskenbefreiung» soll vor allem auch «Planbarkeit» wieder möglich sein und sowohl Veranstaltern als auch Mitarbeitenden und Besuchern von Tanzflächen einen großen und wichtigen Teil ihres Lebens zurückzugeben, denn mit der Entscheidung des Ministerpräsidenten Clubs und Diskotheken weiter geschlossen zu, fehle der Clubkultur weiterhin jegliche
Perspektive. Während sich für viele Branchen Öffnungsschritte und Erleichterungen abzeichnen, bleibt es für unsere Szene nach wie vor unsicher.
Die Clubkultur BW ist weiterhin im Austausch mit Herrn Prof. Lahl, Leiter des Sozialministeriums, bezüglich der geltenden Coronaverordnung. Im letzten Gespräch wurde er gebeten, in der Warn- und Basisstufe die Maskenpflicht und jegliche Kapazitätsgrenzen für Clubs und Diskotheken zu streichen. Außerdem, so Frau Kern, seien weitere Wirtschaftshilfen notwendig.