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Nach über acht Jahren findet der Loveparade-Prozess so langsam ein Ende. Allerdings für viele nicht so wie verhofft, denn gegen einige Angeklagte wurden die Anklagen fallen gelassen und das Verfahren eingestellt.

Besonders tragisch ist das Ergebnis für die Hinterbliebenen der 21 Toten. Sieben der zehn Personen, die wegen der Katstrophe angeklagt wurden, sind unbestraft davongekommen, weil das Duisburger Landgericht entschieden hat, das Verfahren einzustellen. Dazu gehörten sechs Angestellte der Stadt Duisburg und ein Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent. Die Kosten der Einstellung trägt die Staatskasse.

Drei weitere Angeklagte von Lopavent, die bei einer Einstellung eine Auflage von 10.000 EUR zahlen sollten, lehnten diese ab und müssen nun weiter vor Gericht verhandeln. Für sie geht es weiter, jedoch tritt schon im Jahr 2020 die Verjährung in Kraft, der Grund, warum das Gericht der Einstellung zustimmte. Bis dahin sei die Zeit einfach zu knapp, um das Beweisprogramm komplett durchzuführen und zum Ergebnis zu kommen.

Laut Gericht sei die individuelle Schuld der Angeklagten gering, schlimmstenfalls als mittelschwer zu betrachten. Denn nicht nur die Fehler bei der Planung, sondern auch ein kollektives Versagen am Tag der Loveparade führten zu der Katstrophe.

Sören Link, Duisburgs Oberbürgermeister, hat Verständnis für die enttäuschten Verbliebenen der Opfer geäußert. Der Prozess habe allerdings gezeigt wie schwierig es sei, auf Rechtsgrundlage einen Schuldigen zu finden. Der Vorsitzende Richter des Prozesses, Mario Plein, versprach außerdem am Ende des Loveparade-Verfahrens eine Schluss-Feststellung zu veröffentlichen. Dabei soll die Schuld an der gesamten Katastrophe aus der Sicht des Gerichts verteilt werden.

 

 

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Quelle: www.merkur.de