Die Droge Carfentanyl ist eine Gefahr, die bisher vorwiegend in den USA vorkam,  nun wurde sie auch in NRW gefunden.

Carfentanyl zählt nicht ohne Grund zu den gefährlichsten Drogen der Welt. Carfentanyl ist 5000 mal stärker als Heroin, 100 mal stärker als Fentanyl und rund 10000 mal so stark wie Morphin. Schon der unabsichtliche Hautkontakt allein kann tödlich sein.

Normalerweise wird Carfentanyl für die Betäubung von großen Wildtieren bis hin zu Elefanten verwendet. Es kann sowohl über die Atemwege, als auch über die Haut aufgenommen werden.

Besonders gerne wurde es in letzter Zeit in der amerikanischen Drogenszene als Heroin-Beimischung verwendet. Problematisch dabei ist jedoch die Dosierung. Eine europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht zeigte 2014, dass bei der Herstellung von Einzeldosen schon 0,1 Gramm Carfentanyl ausreichen, wobei im Vergleich für die gleiche Einzeldosen-Menge 750 Gramm MDMA nötig wären.

Laut Dirk Grimm von der Organisation Mindzone.info steigt deshalb die Gefahr für User, da eine Überdosierung somit schnell entstehen kann.

Schon ein bisschen zu viel Carfentanyl kann zu Atemdepressionen führen. Atemdepression heißt, dass sich der Brustkorb so sehr entspannt, dass sich dieser nicht mehr von alleine aus eigener Kraft heben und senken kann. Nach drei Minuten trägt man bereits irreparable Hirnschäden davon und nach spätestens fünf Minuten tritt der Tod ein.

Laut Associated Press wird Carfentanyl hauptsächlich in China hergestellt und von dort zum Kilopreis von 2400 € in die ganze Welt verkauft. Zwar wurde Carfentanyl im Februar dieses Jahres in China verboten, jedoch erhält man es immer noch sehr leicht über das Internet.

Jetzt ist Carfentanyl in ganz Europa auf dem Vormarsch. Bei einem Drogentest im Oktober in Wien wurde Carfentanyl festgestellt. Von November 2016 bis Juni 2017 wurden bereits europaweit 48 Todesfälle durch Carfentanyl festgestellt.

Und jetzt hat die GSG9 in Hamm zwei Brüder (44 & 53 Jahre) und in Mölln einen 26 jährigen festgenommen, die große Mengen an Carfentanyl und Fentanyl über das Darknet verkauft haben. Zurzeit ermitteln die Abteilung Cybercrime der Staatsanwaltschaft Köln, als auch die Zollfandung Essen gegen die drei Männer aus NRW. Neben Carfentanyl wurde auch Botulinumtoxin gefunden, beide Substanzen eignen sich ebenfalls für den Bau von chemischen Waffen.

In den USA tragen bereits viele Polizisten das Gegengift Naloxon ständig bei sich, da sie nach der Opioid-Krise bereits mehrfach wiederbelebt werden mussten, als sie unfreiwillig mit der Droge in Berührung gekommen sind. Aufzuspüren ist die Droge ebenfalls nicht so einfach, da auch Drogenspürhunde durch das Einatmen der Droge sterben können. Wie gefährlich so etwas sein kann, zeigte bereits 2002 das tragische Ende der Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater, wo bei dem Gaseinsatz mit Fentanyl 125 Geiseln starben.

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