Vier neue psychoaktive Substanzen kursieren - Bild von Expertsinfocus

Vier neue psychoaktive Substanzen kursieren – Bild von Expertsinfocus


Vielen geht es immer um den neuesten, wildesten und härtesten Kick. Da kommen die unerforschten Substanzen, die in irgendwelchen Laboren zusammen gebraut wurden, gerade Recht. Aber ihr solltet – und das meinen wir sehr Ernst – vorsichtig sein. Vor allem bei Research Chemicals. Niemand kann euch genau sagen, was sich in dem Pulver, in der Tablette oder in den Flüssigkeit verbirgt. Und ihr solltet euren Körper nicht als Testlabor missbrauchen.

Unsere Freunde von CheckIt! aus Wien haben seit Anfang Oktober 2017 eine Reihe an gesundheitlich besonders bedenklichen Substanzen getestet. Neben Ethylphenidat und vier neuen psychoaktiven Substanzen aus der Gruppe der Cathinone (4-CMC, 4-CEC, 3-MMC, N-Ethylbuphedron) wurden in verschiedenen Proben insgesamt vier neue psychoaktive Substanzen aus der Gruppe der Opioide identifiziert. In einer als 4-Hydroxymethylethyltryptamin (4-HO-MET) abgegebenen Probe wurde neben diesem erwarteten Tryptamin zusätzlich Methoxyacetylfentanyl, ein bisher nicht erforschtes Fentanylanalogon, nachgewiesen. In einer als Fentanyl abgegebenen Probe wurde das hochpotente Opioid Carfentanyl nachgewiesen. Vier weitere Proben wurden als unbekanntes Research Chemical abgegeben: drei davon enthielten das Opioid U-47700 identifiziert, eine enthielt das Opioid Cyclopentylfentanyl. Bei U-47700 und Cyclopentylfentanyl handelt es sich um bisher kaum erforschte Substanzen.

3-Methylmethcathinon (3-MMC) ist ein Cathinon-Derivat mit stimulierender Wirkung.
Strukturell ist 3-MMC mit dem bekannteren Cathinon-Derivat Mephedron (4-MMC) verwandt, was auf
eine ähnliche Wirkungsweise schließen lässt. 3-MMC wurde auch als Mephedron-Alternative verkauft
und ist seit 2012 im Neuen Psychoaktiven Substanzengesetz geregelt.
4-Chlorethcathinon (4-CEC) gehört zur Gruppe der Cathinone und hat eine stimulierende
Wirkung. Strukturell ist 4-CEC mit Mephedron verwandt. Wie bei den meisten neuen psychoaktiven
Substanzen handelt es sich um eine weitgehend unerforschte Substanz, weshalb bis dato keine
zuverlässige Aussage über Risiken und Langzeitfolgen des Konsums möglich ist.
4-Hydroxymethylethyltryptamin (4-HO-MET, Metocin) ist eine synthetische Substanz
aus der Gruppe der Tryptamine. Die Wirkungen werden als psychedelisch und halluzinogen beschrieben.
Da es sich wie bei den meisten neuen psychoaktiven Substanzen um eine wenig erforschte Substanz
handelt, können bisher keine zuverlässigen Aussagen über Risiken und Langzeitfolgen gemacht werden.
Carfentanyl ist ein Fentanylanalogon und wird in der Veterinärmedizin zur Betäubung von großen
Wildtieren (z.B. Elefanten) verwendet. Mit seiner extrem hohen Wirkstärke, schon bei geringsten
Mengen im Mikrogrammbereich, zählt es zu den potentesten Opioiden. Für KonsumentInnen sind diese
äußerst schwierig bis unmöglich zu dosieren. Carfentanyl wurde bereits mit zahlreichen
lebensgefährlichen Überdosierungen in Verbindung gebracht, welche auch zu Todesfällen – in Folge
einer Atemdepression – geführt haben. Da es sich generell um eine bei Menschen wenig erforschte
Substanz handelt, gibt es kaum Informationen über Risiken und Langzeitfolgen.
Clephedron (4-CMC) ist ein noch sehr wenig erforschtes Cathinon-Derivat mit stimulierender
Wirkung. Wie bei den meisten Research Chemicals handelt es sich um eine weitgehend unerforschte
Substanz, weshalb bis dato keine zuverlässige Aussage über Risiken und Langzeitfolgen möglich ist.
Cyclopentylfentanyl ist ein Fentanylanalogon. Wegen seiner chemischen Struktur werden ähnliche
Wirkungen wie bei anderen Opioiden vermutet, die unter anderem Schmerzstillung, Euphorie,
Sedierung und Verstopfung umfassen. Daten über die Potenz liegen derzeit nicht vor, sodass über
Dosierungen keine Aussagen gemacht werden können. Opioide können bei hohen Dosierungen oder in
Kombination mit anderen zentraldämpfenden Substanzen (z.B. Alkohol), eine lebensgefährliche
Atemdepression hervorrufen. Da es sich generell um eine bei Menschen nicht erforschte Substanz
handelt, gibt es keine Informationen über Risiken und Langzeitfolgen.
Ethylphenidat (EPH, EP) ist ein Stimulans mit enger Verwandtschaft zu Methylphenidat, das
häufig als Research Chemical im Internet vertrieben wird. KonsumentInnen beschreiben eine ähnliche
Wirkung wie bei Methylphenidat, die allerdings als intensiver und euphorischer wahrgenommen wird.
Über Risiken und Langzeitfolgen können keine Aussagen gemacht werden, da die genauen Wirkungen
auf den Menschen, wie bei anderen sogenannten neuen psychoaktiven Substanzen kaum erforscht ist.

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