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Der „Zug der Liebe“ war ein Erfolg. Viele haben nicht damit gerechnet, und ja, wir geben es zu, wir haben auch gezweifelt. Aber nach Informationen von RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg) nahmen ca. 25.000 Personen an dem neuen Techno-Umzug in Berlin teil.
Erinnerungen an die ersten Loveparade-Umzüge auf dem Kurfürstendamm kamen bei vielen Veteranen auf, denn der groß als Demonstration mit politischen Botschaften angekündigte Umzug, bei dem weder Sponsoring noch Tänzer auf den Wagen erlaubt waren, entpuppte sich dann doch als Rave-Parade. Über die 15 Wagen hatten wir im Vorfeld berichtet. Nachzulesen ist dies hier.

Der Zug der Liebe begann mit einer Auftaktkundgebung an Petersburger Straße. Hier hielten Vertreter der teilnehmenden Vereine Reden – mehr oder weniger gehaltvoll. Viele Allgemeinplätze wurden besetzt wie zum Beispiel das Einfordern eines toleranten Zusammenlebens ohne Pegida.

Dann sollten sich die Feierwütigen ursprünglich Wagen mit den politischen Botschaften suchen, die sie am meisten interessierten, und ihnen folgen. Oft war es aber eher die Musik, die bei der Entscheidung den Ausschlag gab.

Wie der RBB berichtet, war die Polizei trotz der zu erwartenden Teilnehmerzahl (knapp 30.000 Gäste hatten sich via Facebook angemeldet) gelassen geblieben. „Der Zug der Liebe ist als Demonstration angemeldet“, sagte hatte Polizeisprecher Stefan Redlich dem rbb. „Wir können noch nicht sagen, wie viele Menschen wirklich kommen, aber wir gehen im Wesentlichen von einem Happening-Charakter aus.“

Um den politischen Charakter zu unterstreichen, waren die Teilnehmer aufgerufen, „Transparente, Schilder, Totems und andere liebevoll gebastelte Sachen“ mitzubringen, wie es in einem Aufruf hieß. Politische Botschaften waren am Samstag unter den Feiernden aber nur wenige zu sehen. Eine leichte Änderung der Demonstrationsroute gab es wegen des stürmischen Wetters: Eigentlich sollte der Zug über die Schillingbrücke Richtung Treptow geführt werden. Doch da an der ursprünglichen Strecke viele Bäume stehen, von denen Äste hätten abbrechen können, leitete die Polizei die Demonstranten südlich über die Elsenbrücke um.

Die Route der Parade war bereits zuvor schon mehrmals geändert worden, auch weil es Streit mit Berliner Bezirkspolitikern gab: Treffpunkt für den „Zug der Liebe“ wurde schließlich der Petersburger Platz, wo die Auftaktkundgebung stattfand. Sicherheitsbedenken hatten die Veranstalter der Techno-Parade nicht, man habe die Strecke auf Anraten der Polizei mehrfach geändert.

Weder Loveparade-Gründer Dr. Motte noch regelmäßige Loveparade-DJs wie Marusha oder WestBam ließen sich auf dem Umzug sehen, dessen Termin fast genau auf den Tag fiel, an dem vor fünf Jahren 21 Gäste der Loveparade in Duisburg starben.

 

 

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