Mann, was habe ich diesen Moment vermisst, mit dem ICE zum ADE nach Amsterdam reinzufahren.
Vom Zug aus sieht man die Stadt bei der Einfahrt ein bisschen aus der Vogelperspektive; man schaut in die Strassen rein, sieht die Kanäle, Leute auf Fahrrädern umherfahren.
Das ganze Geschehen passiert noch etwas aus der Distanz, die sich wie ein Filter über die eigentliche Lebendigkeit der Stadt legt. Man kann schon ahnen, dass man in Kürze direkt eintaucht.
Angekommen Amsterdam Centraal, auf einmal ‚bamm‘ mittendrin und ab geht’s.
Ich mag diese Stadt. Und ich habe den Amsterdam Dance Event im letzten Jahr echt vermisst.
Auch in diesem Jahr findet keine echte ADE Konferenz statt.
Der ADE ist limitiert auf Events, die ausschließlich tagsüber stattfinden dürfen.
Doch Amsterdam ist für uns in Deutschland das gelobte Land, mit 3G sind große Festivals und Partys daytime möglich – mega!
Umso mehr freue ich mich über die starke Einladung vom art’otel über ein Wochenende in Amsterdam. Das art’otel hat bei den Hospitality and Style Awards die Auszeichnung in der Kategorie „Bestes Hotel-Design“ für Originalität, Erscheinungsbild und Funktionalität der Allgemeininnenräume und Gästezimmer gewonnen. Wir sind also mehr als gespannt auf unsere Unterkunft.
Von hier aus starten wir los, hier chillen wir wieder ab.
Ein Wochenende, dass uns ansatzweise vermittelt, was hier in Deutschland gerade nicht möglich ist, aber hart fehlt.

Freitag, 13h mittags, wir kommen Amsterdam Centraal an.
das art’otel liegt sehr praktisch direkt gegenüber vom Hauptbahnhof.
Im Hotel selber werden total herzlich empfangen! Kurzer Impf-Check, dann ist alles cool.
Unser Zimmer ist sogar schon fertig.
Wir bekommen einen art room – iconic view. Eine riesen Bude, mit ultra-vielen Lichtspielereien, starkem Blick auf Amsterdam und einem nicen Willkommens-Geschenk: ein gemischtes Sixpack Amsterdamer Bier in witzigen Flaschen. Stark!

 

Sehr viel Zeit bleibt in diesem Moment noch nicht die Vorzüge des Hotels auszukosten…also neues Shirt, Deodusche und ab ins Uber.
Um 14.30h legt das Schiff unserer ersten Party etwas außerhalb ab.
Die Jungs von Watt Events haben jeden Tag eine andere Boot-Party am Start als Daytimer.
Heute auf dem Programm: The Soundgarden mit Nick Warren.
Das Wetter ist sonnig und windstill auf den Freitag, ideal für eine Fahrt auf dem Wasser.
Das Boot ist auf zwei Ebenen angelegt, unten Dancefloor, oben Gallerie mit Blick nach unten und Außendeck. Der Sound kommt recht fluffig rüber als wird boarden, passend zur Spätsommersonne.
Punkt 15h fahren wir los Richtung Haarlem, den ganzen Tag lang auf dem Wasser.
Die Stimmung ist super, die Mischung zwischen Basement Dancefloor und Open-Air Deck ist echt cool, irgendwann verschwindet Amsterdam hinten am Horizont. Wir fahren immer weiter raus.
Nick Warren ist einfach eine Institution und sichere Bank für die erste ADE Party unseres Turns.
Fresher, fluffiger und melodiöser Tech-House at its best.
Es tut einfach so gut, wieder diesen Drive zu spüren.
Es ist schon fast dunkel, als wir wieder gut beschwingt an Land gehen. Das war eine echt coole Party zum Einstieg.

 

Handy raus, UBER rufen, ab zur nächsten Party, zu DGTL mit Kölsch.
Der UBER Fahrer ist gerufen, kann uns aber nicht an der vereinbarten Stelle einsammeln, da es neuerdings Restrictions gibt.
Zwischen allen Leuten vom Boot völlig unmöglich ihn zu finden. Der Kerl storniert allerdings nicht die Fahrt, so dass ich keinen neuen UBER rufen kann. Mist.
Taxi? No way…wir sind am Arsch der Welt an i-einem Pier.
Also walking zum Hotel. 4 Kilometer. WTF.
Mit DGTL hat sich dann auch gegessen. Vielleicht wären wir dafür auch schon nicht mehr ganz geeignet :-D
Das art’otel empfängt uns mit einem ‚hello, good evening‘ und ich freue mich über die heiße freistehende Badewanne in unserem Zimmer.
Vor der Badewanne hockt ein Goldener Schimpanse, der sich die Augen zuhält.
Ehm ja, so fühle ich mich auch :-)

Das gute an dem aktuell verpflichtenden Daytime Programm der ADE Partys ist, der nächste Tag wird wieder dein Freund.
Wir gönnen uns das erste Bier aus unserem Willkommens-Präsent als Absacker und dann ‚good night‘.

Der zweite Tag startet mit einem umfangreichen Katerfrühstück im Carstens Café.
Aktuell ist das Hotelfrühstück in die Brasserie nebendran ausgegliedert.
Ein gemütliches Café, etwas oldschool, aber genau richtig.
Der Kaffee kickt uns wieder ins Leben. Dazu ein Croissant – hello Amsterdam!

Im Basement vom art’otel befindet sich eine Galerie, die dem Namen des Hotels alle Ehre macht. Pop Art, edgy Street Art, Graffitis, einfach richtig geiler Scheiss.
Aktuell läuft eine Ausstellung ‚Amsterdam love story‘ mit einem ziemlich schrägen Lap-Dance Automaten, Discokugel Döner und Disco-Brathähnchen-Spieß und den buntesten Bildern und Skulpturen Amsterdam Künstler. Eingewattet in eine dezente Soundanlage wabert man durch die Ausstellung. Das ist abgefahren!

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Wir chillen noch etwas in der schicken VIC’s Bar direkt am Hotel.
ADE Banner zeigen schon an, was Phase ist.
Die elegante, durchgestyle Bar wird bereits von lokalen DJs beschallt.
Es trudeln immer mehr ADE-Hipster ein. Networking, Blaw, Shakehands, Blaw, Drinks, Blaw, sehr cool!
Wir entscheiden uns für Burger. Sie sind saulecker!
Die Cocktail-Karte der Bar liest sich wie ein exzellenter Abend, dessen Ausgang ungewiss ist J
Wir entscheiden uns für einen Copperhead, gönn‘ Dir!

Weitere zwei Heineken später sind wir am Nachmittag auch schon wieder in guter Partylaune und mit Boris Brejcha und seiner Freundin Ginger verabredet.
Boris spielt beim Secrets Projects Festival in irgendeiner Location, die wir noch nicht kennen. Sie ist außerhalb gelegen und wir echt froh, dass die beiden noch Platz im Shuttle haben. Nach unserem UBER-Fail von letzter Nacht keinen Nock mehr auf Abenteuer.
Boris und Ginger wohnen eine Zigarettenlänge von uns entfernt, easy. Los geht’s.
Das Secret Projects Festival irgendwo weit draußen entpuppt sich als fettes One-Day Festival mit 6 Floors. Boris Brejcha startet zur besten Nachmittagszeit, da ist die Bude sowas von rappelvoll. Der Hangover von gestern wird mit einem frisch kredenzten Wodka-Orange sanft gestimmt und von Glas zu Glas auch wieder gefälliger.
Nach Boris spielt Camelphat als One-man-show ebenfalls ordentlich nach vorne.
ich kann mich noch sehr gut an ein Camelphat Interview auf Ibiza erinnern, in dem wir dann zu Ja-nein-Fragen gewechselt sind, da wir deren schottischen ultraharten Akzent null verstehen konnten.
Anyway, Zuprosten ist international und seine Mucke auf eingänglicher als seine Aussprache.
Danach geben wir uns noch Loco Dice und Marco Carola.
Ein Highlight ist auf jeden Fall wieder zurück gefahren zu werden ohne zu warten.

 

Zurück im Hotel chillen wir mit dem übelst riesen Fernseher mit Netflix und Bier.
Für den nächsten Morgen haben wir uns einen Sauna-Termin im Hotel klargemacht.
Und ja, Sonntag morgens um 9 der erste und alleine in der Sauna ist schon fresh.
Wir kommen vorbei am eigentlichen Frühstücksraum vom art’otel der Corona-mäßig down ist. Vorbei an schrägen Penis-Skulpturen und allerlei witziger Kunst. :-)

Für heute steht noch mehr Kultur auf dem Programm. Wir haben Karten für das legendäre Rijksmuseum geschossen. OK, uns erwarten sicherlich viele flämische alte Schinken, knallbunt wie ein voller Aschenbecher.
In so vielen Jahren Amsterdam und ADE bin ich schon oft durch die Passage des Museums geradelt und hab mir dort sogar schon Underworld angesehen, jetzt endlich mal rein.
Draußen in Amsterdam auf der Straße geht gerade der Marathon durch. Gefühlt an jeder Ecke ist Warten angesagt. Drinnen im Museum fast kirchliche Stille, angenehme Atmosphäre. Das Museum hat beinahe Burg-ähnliche Ausmaße und wirkt derart gut in Schuss, beinahe wie bei Disney.
Highlight des Museums die berühmte Nachtwache von Rembrandt. Scheinbar eine Pilgerstätte von Mittelalter-Nerds. Hier ist auf jeden Fall das Meiste los.
Wenn man sich die Beschreibung und die Deutung des Bildes durchliest, bekommt man den Eindruck, Rembrandt war früher sowas wie ein Insta-Blogger, der mit seinen Bilder alles mögliche erzählt hat und bloßgestellt hat ohne es zu sagen.
Uns reicht es mit alten Bildern.
Witzige Skulptur im Foyer von Bachus (griechischer Gott des Weines)  und seinem deutlich jüngeren und kleineren Toyboy Ampelos (auch ein Typ aus der griechischen Mythologie).
Beide nackt. Der Weingott deutlich größer.
Sie hatten eine schwule Beziehung.
Der Toyboy Ampelos hatte irgendwann einen tödlichen Unfall. Bachus, eine echte Gottheit eben, verwandet post-mortem dessen Blut zu Wein und trinkt es aus.
Das nennt man Upcycling, ante christum natum.

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Wir fahren zurück zum Hotel, gönnen uns einen letzten Drink an der Bar und schlendern rüber zum Bahnhof.
Tschüss Amsterdam! Bis zum nächsten Mal!

Mit einem Haufen toller Eindrücke lassen wir uns in den Zug fallen und freuen uns bereits auf’s nächste Mal in Amsterdam.
Im  art’otel würde ich jederzeit wieder einchecken.

www.amsterdam-dance-event.nl
www.artotelamsterdam.com
https://amsterdam.secretproject.com
www.dgtl.nl
www.instagram.com/watt_events_nl