
Ein DJ aus der Prager Underground-Szene gehört zu einer Gruppe, die nach einem Brandanschlag auf eine Industrieanlage in der Stadt Pardubice wegen Terrorverdachts festgenommen wurde. Unter den Beschuldigten befindet sich laut Medienberichten der Künstler Motus Bilmahjar, der auch unter dem Namen Youssef Motus auftritt.
Der Vorfall soll sich am 20. März ereignet haben. Insgesamt fünf Personen wurden zunächst in Tschechien festgenommen, zwei weitere später in Polen. Ein bislang kaum bekanntes pro-palästinensisches Netzwerk namens Earthquake Faction bekannte sich online zu dem Brand und behauptete, die Anlage habe Waffen für Israel produziert. Das betroffene Unternehmen, die LPP Holding, wies diese Darstellung zurück.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten die Beteiligung an einem terroristischen Akt vor. Verteidiger betonen jedoch, dass die Beweislage bislang überwiegend auf Indizien beruhe und die Angeklagten ihre Unschuld beteuern.
Der Fall sorgt in der Tschechischen Republik für breite politische und gesellschaftliche Debatten. Einige Medien stellten Verbindungen zur linken, queeren und Clubkultur her, was von Kritikerinnen und Kritikern als problematische Pauschalisierung gewertet wird. Parallel dazu prüft Kulturminister Oto Klempíř Berichten zufolge, öffentliche Fördermittel für die Prager Galerie Světová 1 zu blockieren – ein Schritt, der in der Kulturszene als politisch motiviert diskutiert wird.
Quelle: Resident Advisor
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