
Die Drogenszene in Nordrhein-Westfalen verändert sich. Insbesondere der zunehmende Crackkonsum stellt Städte und Suchthilfe vor neue Herausforderungen. Die ARD-Dokumentation „Unsere Städte und die Drogen – Wer stoppt das Elend?“ richtet den Blick auf die Situation in Dortmund. Im Mittelpunkt stehen Menschen mit Suchterkrankungen, Anwohner:innen, Geschäftsleute und die politischen Bemühungen, die Lage in der Innenstadt zu verbessern. Der Film ist seit dem 28. Oktober in der ARD-Mediathek verfügbar.
Rund um den Dortmunder Hauptbahnhof und in der Innenstadt treffen unterschiedliche Interessen aufeinander. Geschäftsleute beklagen Belästigungen und ausbleibende Kundschaft, während Menschen mit Suchterkrankungen häufig auf der Straße leben und auf niedrigschwellige Hilfsangebote angewiesen sind. Besonders umstritten ist die Zukunft des Drogenkonsumraums, dessen Verlegung Oberbürgermeister Alexander Kalouti angekündigt hat.
Der CDU-Politiker setzt auf eine stärkere Präsenz des kommunalen Ordnungsdienstes, verstärkte Kontrollen und eine Verlagerung des Konsumraums. Suchthilfeexpert warnen dagegen davor, die Betroffenen lediglich aus dem Zentrum zu verdrängen. Ohne zusätzliche Unterstützung könnten sich die Probleme in andere Stadtteile verlagern, statt nachhaltig gelöst zu werden.
Wie stark sich die Drogensituation verändert hat, zeigen aktuelle Zahlen: In den Drogenkonsumräumen des Landes konsumierten 2025 bereits 32 Prozent der Nutzer Crack – nahezu doppelt so viele wie im Vorjahr. Innerhalb von fünf Jahren ist der Crackkonsum dort laut weiteren WDR-Angaben um 134 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Drogentoten nimmt seit Jahren zu.
Die Dokumentation stellt zudem das sogenannte Zürcher Modell als möglichen Ansatz vor. Es verbindet Prävention, Therapie, Schadensminderung und ein konsequentes Vorgehen gegen den Drogenhandel. In Zürich wird der Kleinhandel unter Konsumierenden in bestimmten Bereichen von Suchthilfeeinrichtungen geduldet. In Deutschland ist ein solcher Ansatz bislang rechtlich nicht möglich. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul lehnt ihn ab.
Die Dokumentation findet ihr in der ARD-Mediathek.
Das könnte euch auch interessieren:
Breaking Bad in Litauen: Polizei nimmt Drogenlabor im XXL-Format hoch