
Schickt uns das aktuelle Clubsterben in das endgültiges Aus der freien und alternativen Kultur, oder ist der Peak bald erreicht und es braucht lediglich Konzepte, die sich der neuen Situation anpassen?
Die rund 30-minütige Reportage „Ausgetanzt? Berliner Clubs unter Druck“ von Friederike Schlumbom und Alix François Meier beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Premiere feierte der Film am 30.12.2025 beim rbb, ist mittlerweile aber auch in der ARD-Mediathek auffindbar.
Begleitet werden dabei Menschen, die jahrelang im Kreise der betroffenen Subkulturen gearbeitet und gelebt haben. Sie berichten und zeigen, was der Verlust der Clubkultur bedeutet, wenn liebgewonnen Räume auf einmal verschwinden.
Besonders eindrucksvoll sind die Aufnahmen, die das Drehteam „an den Türstehern vorbei“ machen durften. Es gibt jede Menge Material aus dem Nacht- und Innenleben der Venues und einen besonders eindrucksvollen Moment mit Gedenksteinen und Erinnerungen an den Club Renate.
Der queere Club SchwuZ gehört zu den prominentesten Venues die getroffen wurden. Nach rund 50 Jahren muss dieser schließen. Seine Community zeigt sich betroffen. Eine Drag-Queen bezeichnet den Club in der Doku als „Platz, wo ich mich als Künstlerin und queere Person entfalten konnte. Dass das jetzt wegbricht ist schon sehr bitter.“
Auch ihr Mittreiter kämpft mit den Tränen. „Nach jedem Ende kommt auch ein Anfang, aber gerade tut es sehr weh.“ Der Club hatte Ende Juli Insolvenz angemeldet, seit November sind die Türen mittlerweile geschlossen (FAZEmag berichtete).
Resident DJ Pomoz denkt zurück an die 12 Jahre, die er mit dem SchwuZ verbindet. „Ich habe hier so viele Emotionen durchlebt. Mein Herz ist wirklich schwer. Dass dieser Ort geht kann ich noch gar nicht glauben.“
Emiko Gejic von der Berliner Club Commission ist vorsichtig. „Ich sehe viele Dinge in Berlin gerade sehr kritisch“, sagt sie und zeigt Touristen bei einer Rundführung auch den Berliner Kultclub Renate, der ebenfalls vom Clubsterben betroffen ist.
Doch es wird auch nach vorne geschaut. So wird zum Beispiel der Club MAAYA beleuchtet, der sich moderner afrikanischer House-Musik widmet und diese in Berlin etablieren möchte. Das Mantra: Kommende Generationen einladen und miteinander arbeiten. „Nur so wissen wir, wie die Zukunft der Clubs aussehen kann.“
Die vollständige Reportage könnt ihr euch HIER anschauen.
Quelle: ARD
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