Paul Kalkbrenner, Berlin, 26.02.2018_5301


Vor dem Echelon ist nach dem Echelon. Und 2018 wird ein ganz besonderes Jahr für das Festival. Sowohl für die Veranstalter als auch für die Besucher. Denn das Echelon im bayrischen Bad Aiblinig feiert sein Zehnjähriges. Und hierzu haben sich die Organisatoren selbst ein grandioses Geburtstagsgeschenk gemacht, indem sie absolute Hochkaräter auf die Geburtstagsliste gesetzt haben. Wir haben Patrick Gallenmüller gesprochen – seines Zeichens Veranstalter und Booker beim Echelon Festival, ist ebenfalls bekannt als Hälfte von Pele & Shawnecy. Mit ihren Produktionen verewigten sie sich bereits auf Imprints wie Cocoon, Desolat, GetPhysical, Connaisseur und mehr. Nebst ihm sind im Orga-Team Simon (Marketing, PR, Ticketing), Georg (Sponsoring), Stefan (Veranstalter und Booker) und Susi (Rechtliches). Bevor ihr im Interview lest, wie alles angefangen hat, was die Anwesenden in wundervoller Bergkulisse erwartet und wie die Stages dieses Jahr aussehen, wollen wir euch das Line-up natürlich nicht vorenthalten.

Line-up: Paul Kalkbrenner, Carl Cox, Don Diablo, Len Faki, Monika Kruse, Pan-Pot, Sam Paganini, Yellow Claw, Ace Ventura, AKA AKA, Alle Farben & Friends, A.N.A.L., Andhim, Anna Reusch, Boris Brejcha, Dapayk & Padberg, Deborah de Luca, Dominik Eulberg, Droplex, Einmusik, Enrico Sangiuliano, Felix Kröcher, Format:B, Gheist, Gunja, Kerstin Eden, Klaudia Gawlas, Klopfgeister, Lexer, Marek Hemmann, Marika Rossa, Mark Dekoda, Mausio, Moonbootica, Neelix, Ostblockschlampen, Pappenheimer, Pele & Shawnecy, Sascha Braemer, Super Flu, Steve Looney, Worakls

Endlich mal wieder ein Festival in einer wirklich coolen Location! Dort feiert sich so ein 10-jähriges Jubiläum doch bestimmt hervorragend. Wie kam es eigentlich zur Location-Findung und wie würdet ihr das Festivalgelände den Leuten beschreiben, die dieses Jahr zum ersten Mal zu euch kommen?

Ich bin um die Ecke in Bad Aibling aufgewachsen. Seinerzeit in den 90ern war das Gelände noch von den Amerikanern besetzt und auch nicht zugänglich. Was sich da genau abgespielt hatte, wusste eigentlich nie so richtig jemand, und erst vor ca. drei Jahren kam das Ganze ja so richtig ans Licht – mit dem ganzen Abhörskandal. Von außen hatte das also schon immer etwas „Mystisches bzw. Geheimes“, auch mit den großen Radomen, die man schon von Weitem erkennt, aber nie so wirklich klar war, was das eigentlich ist. Irgendwann wurde die Kaserne geschlossen und das Gelände lag brach. Zeitgleich trieb mich die Lust an, selbst ein Event zu veranstalten. Und zeitgleich hatte auch Paul Kalkbrenner gerade seinen startenden Durchbruch den wir a) gefeiert haben und b) dann auch direkt zur Premiere 2009 eingeladen haben, was sich als Volltreffer erwies. Genau wie die Location – so kam eins zum anderen.
Pressefoto Echelon_4

 

10 Jahre Echelon. Coole Sache, gerade in der heutigen, schnelllebigen Festivalzeit. Glückwunsch schon mal dazu. Habt ihr euch ganz was Feines ausgedacht zum Jubiläum? Wenn ja: Was?

Es wird eine gigantische Geburtstagsfeier. Das Echelon wird 10. Für uns alle ein großes Highlight, und wir sind auch mit dem Programm überglücklich und auch gespannt, wie unsere Pläne dann live wirken. Wir wollen dieses Jahr in Sachen Deko nochmal einen drauf packen und etwas Besonderes fürs Auge bieten. Das ist neben der Musik und dem Line-up ein wichtiger Bestandteil. Es wird eindrucksvolle Kostüme und tolle Tanz-Performances auf den Stages geben und allgemein eine aufwendige Deko inklusive Chill-out-Areas. Dieses Jahr reisen auch das erste Mal Ballon-Künstler extra aus den Niederlanden an, die sicher ein tolles Highlight sein werden. Es gibt einen neuen Beach-Bereich zum chillen, und zudem haben wir auch zum ersten Mal das bayrische Flair integriert: Mit der BASS HÜTTN haben wir eine klassische bayrische Almhütte mit Biergarten, auf der auch Newcomer ihren Platz bekommen. Diese hat auch schon am Freitag geöffnet. Ich bin mir sicher, das wird richtig fett und auch mit Sicherheit ziemlich spaßig. Techno meets bayrische Tradition. O´zapft is´.

Paul Kalkbrenner als Headliner. Nicht schlecht. Wie habt ihr das denn auf den „letzten Drücker“ hinbekommen?

Paul war wie erwähnt die ersten beiden Jahre dabei beim Echelon. Für uns war klar, dass er zum Jubiläum wiederkommen muss. Da haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt, und es ist manchmal gar nicht so easy. Wir sind kein Konzern (und froh darum!). Aber er hatte Bock.

Nebst Paul ist aber auch der Rest des Line-ups nicht zu verachten. Da seid ihr mit Carl Cox, Sam Paganini, Monika Kruse und Felix Kröcher ja absolut hochkarätig aufgestellt in Sachen Techno. Welche Styles gibt es sonst noch und wie viele Floors bespielt ihr?

Das Stichwort ist natürlich „elektronische Musik“. Der Fokus liegt schon auf Techno und House. Hervorzuheben ist dieses Jahr sicher Carl Cox auf der Weird Stage, die ganz im Zeichen von Techno steht und auch die eigentliche „Mainstage“ darstellt. Allerdings ist der Begriff falsch, denn eine Mainstage gibt es bei uns nicht. Jede Bühne steht für ihren Style. Die Weird für Techno, die Center für Tech bis Future House, Katermukke ist selbsterklärend, die Circus Stage wagt einen Spagat von Tech-House bis Techno. Und im Electronic Motion Floor gibt es härteren Techno in der ersten Tageshälfte, und in der zweiten dann Progressive / Psy.

Pressefoto Monika_Kruse

 

Erzähl uns doch mal ein bisschen etwas bezüglich Floordesign, Lichttechnik, Visuals & Co.

Gerne für die Technik Nerds: Für dieses Echelon wurden über 1.000 Quadratmeter Bühnebanner gedruckt und angefertigt. Die Weird Stage ist eine Weiterentwicklung von 2017, welches Konzept wir schon letztes Jahr sehr gut fanden und deshalb auch ausbauen wollten. Allein hier werden über 20 Tonnen Stahl verbaut. Insgesamt haben wir 250 Lautsprecher – mehr als bei keinem Echelon zuvor. Da setzen wir primär auf K2. Die Opera Stage bekommt links und rechts eine neue, begleitende Konstruktion, welche uns auf den Visualisierung sehr gut gefällt. Sie ist dem Look der Radome angepasst. Die Katermukke erhält ebenfalls einen neuen Look, alles in echter Handarbeit. Auch die Bühne im Circus kommt im Radomlook daher.

Jetzt mal zurück auf Anfang. Das 1. Jahr Echelon. Wie fing alles an, wer hatte die Idee und ist das Team noch das gleiche wie damals?

Die eigentliche Idee kam damals von mir. Mein jetziger Partner Stefan ist vom ersten Jahr an mit an Bord. Er war ebenfalls auf der Suche und gewillt, Veranstaltungen zu organisieren. Im zweiten Jahr kam dann noch Georg dazu, mit dem ich in Rosenheim auch den Club „Hundertquadrat“ ein paar Jahre lang betrieb. Mein Vater kümmerte sich über Jahre um die Gastronomie, ist aber mittlerweile kürzer getreten. Zudem ist noch Simon dabei, der sich ums Marketing kümmert. Und auch meine Frau, die Accounting & Vertragliches macht, ist seit den Anfangsjahren dabei und fester Bestandteil des Teams.

Es gibt ein Camping Warmup einen Tag vor Festivalbeginn und eine 24/7-Party bis Sonntag. Richtig? Wie spielt so?

Ja, das Echelon ist primär ein Tagesevent mit Fokus auf Samstag und 17 Stunden Rave. Bis auf wenige Ausnahmen spielen alle Acts am Samstag. Wir haben uns aber dafür entschieden, weiter angereisten Gäste die Möglichkeit zum Campen zu bieten. So entstand ein wunderschöner, kleiner Campingplatz für ca. 4.000 Personen, direkt neben den Radomen und malerischer Bergkulisse, wo am Freitag auch die Warmup-Party steigt. Der Freitag hat wirklich enorm viel Charme und ist perfekt zum Eingrooven. Nur der südliche Teil des Areals ist geöffnet (Circus, Beach und Bass Hüttn), um das Weekend in Ruhe in Angriff nehmen zu können. Das perfekte Areal, bis es am Samstag dann richtig wild zugeht auf den großen Stages.

Pressefoto Echelon_1

Gerade der Samstag dürfte auf dem Campingplatz ziemlich cool werden – mit den Jungs von Katermukke als Stage-Hoster.

Ja, wobei die Katermukke Stage nicht im Campingareal ist, sondern auf dem Fesivalgelände. Seit Jahren ein Highlight beim Echelon, denn unser Marinus, der das ganze Ding mit seinem Team aufbaut, ist einfach ein sehr begabter Holzkünstler. Auch hier umrahmt die Stage eine tolle Bergkulisse: der Wendelstein im Hintergrund und Wiese, Wiese, Wiese.

Was steht – nebst Echelon – noch so bei euch auf der Event-Agenda?

Wir veranstalten u. a. auch das Contact Festival in München, das Ikarus in Memmingen, das WET Open Air in Gärtringen sowie die Isle-of-Summer-Reihe in München. Dazu noch einige kleinere Veranstaltungen und auch Events im non-elektronischen Bereich. Ich bin auch involviert im Rosenheimer Sommerfestival mit Künstlern wie Fanta Vier, Wanda, Sting etc.. Auch das macht mir sehr großen Spaß als Kontrast zur elektronischen Musik, und bin da prinzipiell open minded. Wobei Fokus und Liebe schon ganz klar auf Techno liegt.

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