Band fassungslos: Festival schmeißt Alphaville vom Line-up – wegen politischer Aussagen?

Einen Tag vor Beginn des Glücksgefühle Festivals ist der Auftritt von Alphaville abgesagt worden.

Sänger Marian Gold teilte mit, dass die Veranstaltung selbst die Show gestrichen habe. Als Begründung sei genannt worden, dass auf der Bühne „keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art“ geduldet würden.

Das Festival findet vom 3. bis 6. September 2026 am Hockenheimring statt. Alphaville sollte auf der Dopamin Stage auftreten, gemeinsam mit Acts wie SDP, Ski Aggu, Andreas Gabalier, No Angels und Mia Julia.

Die kurzfristige Absage wurde von Gold über die Social-Media-Kanäle der Band öffentlich gemacht. In seinem Statement zeigte sich der Sänger über die Entscheidung fassungslos. „Heute hat uns der Veranstalter das Konzert jedoch abgesagt. Und dies mit einer Begründung, die uns einigermaßen fassungslos gemacht hat.“

Laut Gold habe das Festival in seinem Schreiben auf die eigene Vorgabe verwiesen, keinerlei politische Themen oder Äußerungen auf der Bühne zuzulassen. Gold bezeichnete die Entscheidung als „Maulkorberlass“ und als „Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit“.

Zudem sprach er von einem „feindseligen und vollkommen unnötigen Akt“, der seiner Ansicht nach Rückschlüsse darauf zulasse, „was das Demokratie- und Weltverständnis der Verantwortlichen“ angehe.

Alphaville und insbesondere Marian Gold hatten sich laut Musikwoche in der Vergangenheit wiederholt gegen die politische Rechte positioniert. Die Band habe zudem deutlich gemacht, dass sie eine Nutzung ihrer Musik für Kampagnen von Politikern wie Donald Trump oder rechten Parteien verhindern wolle.

Damit stellt sich auch die Frage, wie konsequent die Vorgabe des Festivals künftig umgesetzt wird. Auf dem Programm stehen mit Ski Aggu, Andreas Gabalier, Marteria, Culcha Candela, Nura und Alle Farben Artists, die allesamt ebenfalls in der Vergangenheit politisch wurden.

Festival-Chef Markus Krampe nahm inzwischen gegenüber Bild, dem Medienpartner des Festivals, Stellung. Er bezeichnete das Glücksgefühle Festival als „komplett unpolitische“ Veranstaltung und wies Golds Darstellung zurück. „Das Verhalten von Alphaville und Marian Gold ist inakzeptabel. Wir lassen uns nicht in irgendeine politische Ecke drängen und werden uns hier mit allen Mitteln wehren.“

Nach Angaben Krampes sei der unpolitische Standpunkt gegenüber Alphaville bereits nach zwei Auftritten der Band bei Krampe-Events in diesem Jahr klargemacht worden. Offenbar habe man in dieser Frage dennoch keine gemeinsame Grundlage gefunden.

Quelle: Musikwoche

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