Bundesländer diskutieren Partyverbot wegen Corona – Bild von Rondell Melling


Das Thema wird uns wohl oder übel noch einige Zeit begleiten. Bundesländer diskutieren Partyverbot wegen Corona. Am Donnerstag soll bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz angesichts steigender Infektionszahlen im Zusammenhang mit Partys über härtere Maßnahmen diskutiert werden.

Ursula Nonnemacher, ihres Zeichens Gesundheitsministerin von Brandenburg und politisch bei Bündnis 90/Die Grüne beheimatet, hat der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) gegenüber geäußert, dass private Feiern eine sehr große Gefahr seien. Und falls die Zahl der Infektionen weiter in diesem Tempo“ ansteige, drohten abermals harte Kontaktbeschränkungen. “Das sollte allen bewusst sein, so die Ärztin Nonnemacher.

 

Auch die Bundesländer Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sollen laut über neuerliche Verbote nachdenken. So forderte die Berliner Senatorin für Gesundheit von der SPD Dilek Kalayci ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern.

Einige Koalitionspolitiker haben sich zudem kritisch über das Verhalten der Deutschen geäußert. So sagte die SPD-Vorsitzende Saskia Esken, dass man nicht riskieren dürfe: “dass Kitas und Schulen wieder schließen und Kinder über Wochen zu Hause bleiben müssen, weil wir durch Familienfeste mit zu lockeren Regeln ein erhöhtes Infektionsgeschehen in Kauf genommen haben“. So Esken gegenüber der FAS. Ins selbe Horn stößt auch der Fraktionsvorsitzender der Union Ralph Brinkhaus: “Es ist ganz natürlich, dass die Menschen nach dem Ende des Lockdowns raus wollten, sie sich mit Freunden trafen und ihre Familien besuchten. Leider hat sich mit dem Beginn des Sommers eine gewisse Leichtfertigkeit ausgebreitet – wie man an den vollen Ostseestränden oder den Ansammlungen von Jugendlichen überall in Deutschland gerade an den Wochenenden beobachten kann. Corona ist eine Bedrohung.“

Wie die in ihrem Bericht weiter ausführt, spielen private Feiern in einigen Bundesländern mittlerweile eine Hauptrolle bei Ansteckungen mit dem Coronavirus. In Nordrhein-Westfalen etwa finden 33 Prozent der Neuinfektionen im privaten Umfeld statt, darunter fallen häufig Zusammenkünfte wie zum Beispiel „Feiern in den eigenen vier Wänden“ oder „Treffen mit Bekannten“. Reiserückkehrer sind dagegen nur für 25 Prozent der Neuinfektionen verantwortlich.

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU warnte eindringlich vor privaten Feiern und sagte, er wolle zwar nicht „Spielverderber“ sein, habe aber von vielen Seiten gehört, dass sich bei Veranstaltungen mit Alkohol selbst zwanzig Gäste schnell nicht mehr an die Abstands- und Hygieneregeln hielten. Sollten die Zahlen weiter steigen, so habe es Priorität, Schulen und Kindertagesstätten offen zu halten. Spahn ergänzte, er wolle sich mit den Ländern beraten, welche Form von Veranstaltungen und Feiern stattfinden könnten.

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