Gerade ist man auf Ibiza gewohnt erfolgreich in die Saison gestartet, und doch lässt eins der absoluten Partyhighlights noch bis zum 3. Juli auf sich warten. Ab dann findet im legendären Space immer wieder dienstags Carl Cox’ Eventreihe „The Revolution Recruits“ statt, die 2012 in ihr elftes Jahr geht. Neben bereits erprobten Revoluzzern wie Fatboy Slim, John Digweed, Dubfire und Green Velvet erwarten den geneigten Ibiza-Reisenden auch zahlreiche Premieren. Heidi, Pan-Pot, Ben Sims, Sébastien Léger u.a. wurden von Mr. Cox in diesem Jahr zum ersten Mal rekrutiert, das Space in seinen Grundfesten zu erschüttern.

Carl Cox selbst ist trotz all der Jahre Ibiza, die er nun bereits hinter sich hat, so kurz vor dem Start in die Saison noch aufgeregt und voller Vorfreude. „Die letzten zehn Jahre mit unserer eigenen Veranstaltungsreihe waren fantastisch. Und in diesem Jahr haben wir wieder so viele neue Artists dabei, dass es nach wie vor spannend ist. Der Vibe dieser Nächte ist einfach speziell.“ Wenn einer die Szene Ibizas beobachten konnte, dann er, der über die Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte nur Gutes berichten kann: „Ich war einer der ersten DJs überhaupt auf der Insel. Das war Mitte der 80er. Seitdem hat sich viel verändert. Überall gibt es heute tolle Bars und natürlich die vielen Clubs mit ihren super LineUps. So war das seinerzeit noch nicht. Auch musikalisch ist dort heute viel mehr möglich als noch vor ein paar Jahren. Der Markt hat sich für sämtliche Menschen und so viele verschiedene Musikstile geöffnet. Das ist fantastisch.“ Und dank Carl Cox öffnet sich dieser Markt nun auch für junge Nachwuchstalente, denen er im Rahmen einer Competition die Chance einräumt, auf einer seiner Partys im Space zu spielen. DJs aus ganz Europa konnten sich mit einem 30-minütigen Set via Mixcloud um diesen Job bewerben und wurden von einer fachkundigen Jury – bestehend aus Cox selbst und dem Safehouse Management – angehört und beurteilt. Zwei der Gewinner dürfen nun im Space, die anderen beiden in der Sands Beach Bar in Playa den Bossa auflegen. Carl Cox hat für Competitions wie diese und ihre Teilnehmer nur einen einzigen Tipp: „Es ist immer wichtig, für seinen Mix die Musik auszuwählen, hinter der man auch wirklich steht, statt irgendwelchen Trends zu folgen, weil man sich davon einen Vorteil erhofft.“


Wenn ein Mann wie Carl Cox jemandem einen solchen Rat gibt, kann man diesem sicherlich unumwunden folgen, denn er spricht aus jahrzehntelanger Erfahrung. Und auch bei der Auswahl der Acts für diese Saison hat er durchaus mal wieder ein gutes Händchen bewiesen. „Es sind Leute dabei, die uns schon seit Jahren begleiten, aber auch einige neue Künstler wie Heidi, Ben Sims, Sasha und Deetron. Aufmerksam werde ich auf neue Artists für unsere Partys, weil ich selbst viel unterwegs bin und sie spielen höre. Gerade auch die deutsche Szene beobachte ich genau, und an deren Artists kommt man einfach nicht vorbei.“ Am 29. Juli feiert Carl Cox seinen 50. Geburtstag, was natürlich gebührend zelebriert werden muss. „Am Vorabend meines Geburtstags veranstalte ich eine große Party in meiner Heimat, zu der meine Familie und zahlreiche, auch ganz alte Freunde eingeladen sind. Darauf freue ich mich sehr. Viele dieser alten Freunde kennen mich schon sehr, sehr lange und haben das Auflegen immer für ein Hobby gehalten. Die meisten gehen einem ganz normalen Job nach und haben Frau und Kinder. Für sie ist das, was ich mache, noch immer seltsam. Am Dienstag darauf wird dann natürlich im Space noch einmal gefeiert.“ Dann mit alten und neuen Freunden, die mehr Verständnis für den Beruf des DJs haben dürften. Ein halbes Jahrhundert auf dieser Erde ist sicherlich der richtige Moment, einmal einen Blick zurück zu werfen und sich zu fragen, ob es etwas gibt, das man bereut oder das man heute anders machen würde. „Ja, ich würde mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen, da ist vieles liegen geblieben über die Jahre. Die Zeit reichte einfach nie. Aber das ist wohl tatsächlich das Einzige, das ich rückblickend gern anders machen würde.“ Aber auch an einem Mann wie Carl Cox geht das Alter nicht spurlos vorbei. Hinsichtlich seines Partyverhaltens hat sich im Laufe der Jahre einiges geändert: „Ich habe früher viel gefeiert, das brauche ich heute in der Form nicht mehr. DJing ist mein Job, und ich habe auch am folgenden Tag wieder voll dazu sein, wenn der nächste Gig ansteht. Also gehe ich nach der Arbeit ins Bett. Afterhours sind für mich kein Thema mehr.“ Für die nächsten 50 Jahre hat Carl Cox einen einzigen frommen Wunsch: „ … dass die Szene fortbesteht und das Andenken an das, was wir alle gemeinsam aufgebaut haben, erhalten bleibt.“ Abschießend erfrage ich noch seinen Tipp für den Ausgang der Euro 2012 – und das 30 Minuten vor Beginn des Vorrundenspiels Deutschland : Holland: „Deutschland natürlich“, sagt er und lacht. Aber vielleicht meint der Brite es ja doch ernst?

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www.spaceibiza.com

The Revolution Recruits @ Space/Ibiza
14.08.
Carl Cox, Fatboy Slim, Jon Rundell, Uner, Pleasurekraft, Charlie Hedges, Clockwork, Sean Brosnan, Marco Loco, DJ Celeste, Dermot C, Sam Walker, Reece Brett, Igor Marijuan, Christian Len
21.08.
Carl Cox, UMEK, Just Be (Bushwacka!), Nic Fanciulli, Yousef, Tim Green, Mario Basanov, Sean Brosnan, DJ Callum, Fenton G, Delicious DJs, Sam Walker, Reece Brett, Vinyl Frontier
28.08.
Dubfire, Green Velvet, Carlio Lio, John Digweed, Guy J, Michel de Hey, Tristan Ingram, Frisko DJs, Sam Walker, Reece Brett, Brian Beezwax, Jacques Renault, Sean Brosnan,
The Revolution Recruits DJ Competition Winner TBA
04.09.
Carl Cox, Chris Liebing, Yousef, Laurent Garnier Presents L.B.S., Gilles Peterson, Dermot C,
Sam Walker, Reece Brett, Wonderlust DJs, The Mekanism, Sean Brosnan, Marco Loco (Live)
11.09.
Carl Cox, UMEK, Cristian Varela, Nic Fanciulli, Layo & Bushwacka!, Jon Rundell, DJ T, Ian Blevins, Sean Brosnan, Mo’Funk, Ridney, Anton Powers, Sam Walker, Reece Brett, David Moreno
Jose Maria Ramon, Anna Tur
18.09. – Closing
Carl Cox, Loco Dice, Tini, DJ Sneak, Yousef, Jon Rundell, Tom Peppe, DJ Callum, Scott Giles,
Matt Moore, Sam Walker, Reece Brett, Eoin Smyth, Marlon Gordon