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Chaos und Panik beim Electro Magnetic Festival


Am Wochenende fand das Electro Magnetic Festival auf dem Gelände des Weltkulturerbes Völklinger Hütte statt. Es war ein rauschendes Fest – sagten die Artists, aber anscheinend gab es einige Sicherheitsmängel, über die sich viele Besucher beschweren.

So wurde es im Zugang zur Hauptbühne für die Besucher zeitweise bedrückend eng, was einige Kommentare auf der Facebook-Seite der Veranstaltung in noch drastischeren Worten belegen.

„Man hatte Angst, dass jeden Moment eine Massenpanik ausbrechen könnte.“

„Viele Menschenleben hatten richtig Schwein gehabt, dass nichts Schlimmeres passiert ist.“

„Wir standen eine Dreiviertelstunde eingepfercht wie Tiere in einem Gang.“

„Ich war in der Energis Lounge, als ein Randalierer durch die Absperrung in der Gasse zur Main Area lief und den mindestens 5 Ordner längere Zeit nicht halten konnten. Da diese Ordner auch gleichzeitig die Absperrung waren, liefen plötzlich alle durch die Gasse durch. Es brach schon etwas Panik aus. Dann kam eine Durchsage am Megafon, die Gasse sei wieder gesperrt. Alle wurden wieder zurück gedrängt. War alles ziemlich angsteinflößend. Die Ordner in der Gasse hatten das null im Griff und waren überfordert. Was mich noch gestört hat: wie kann der Haupteingang gleichzeitig der einzige Hauptausgang sein? So entsteht ein ständiger Fluss in den engen Gassen zwischen den Areas. Wenn dann so eine Lage wie oben beschrieben entsteht, ist man direkt eingekesselt und kann weder raus noch rein und steht press in einem Schlauch voll Menschenmassen.“

Die Saarbrücker Zeitung hat einige Gäste des Electro Magnetic Festivals befragt und erfahren, dass nicht nur aggressive Stimmung sondern auch Angst vorherrschte. Thilo Ziegler, Geschäftsführer des Veranstalters 4 plus 1 Konzerte GmbH, hat Fehler gegenüber der Saarbrücker Zeitung zugegeben: „Unsere Kommunikation war schlecht. Statt eine halbe Stunde lang niemanden vor die Bühne zu lassen, hätten wir stetig ein paar Besucher reinlassen sollen. Es waren genug Security-Leute da, und es bestand zu keiner Zeit ein Sicherheitsrisiko.

Warum es dann in diesem Jahr, obwohl laut Veranstalter wie im Vorjahr nur 10.000 Tickets verkauft wurden, zu solchen gravierenden Engpässen gekommen ist, wirft ein schlechtes Licht auf das Electro Magnetic Festival…

Hat man doch mehr Tickets verkauft?
Sind Gäste ohne Ticket auf das Gelände gelangt?
Hat man an Servicekräften gespart, um trotz ‚teurer‘ Acts wie Robin Schulz und Alle Farben einen ähnlich hohen Gewinn wie in 2015 zu erzielen?

Jedenfalls arbeitet der Veranstalter laut eigener Aussagen gegenüber der Saarbrücker Zeitung an Verbesserungen. „Ich stelle mich der Sache, nehme Kritik an“, sagt Ziegler. Kommende Woche will er neue Wegekonzepte auf den Tisch legen. Einer Sache ist er sich sicher: „Wir haben nicht eine einzige Karte mehr verkauft als in den Vorjahren.“ 10 000 Leute, für die sei das Gelände auch ausgelegt.

Besucher Daniel Walter hat gegenüber der Saarbrücker Zeitung geäußert, ein Loch im Zaun bemerkt zu haben. „Alleine in einer halben Stunde sind 100 Leute ohne Ticket auf das Gelände gekommen“, vermutet er. Das kann Ziegler nicht bestätigen: „Wir haben kein Loch entdeckt.“

Es wird interessant zu beobachten sein, ob und wie das Electro Magnetic Festival im kommenden Jahr über die Bühne gehen wird…

 

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