leadthefield23

Damian Duda presents „Lead The Field 023“


Hallo im Februar!
Ich hoffe, ihr habt es euch in den ersten Wochen des neuen Jahres gut gehen lassen. Ich zum Beispiel war Mitte Januar auf der alljährlichen Winter Beats in Ingolstadt, bei der ATB* – einer meiner Helden aus Kindheitstagen – neben Dannic als Overall-Headliner zu Gast war. Es war keine Trance-Veranstaltung, aber ein Event mit sehr gemischtem musikalischem Line-up, das für jedermann etwas bereithält – und zum ersten Mal war ein großer Trance-Act im Sinne dieser Zuordnung dabei. Im Vergleich zu typischen EDM-Acts sieht man den Unterschied sofort, auch wenn Progressive Trance und der aktuelle Big Room gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Die Musik steht mit einer vorhandenen Struktur und konstantem Flow immer noch im Vordergrund und ermöglicht es jedem DJ, seine Individualität auszuleben und sein Alleinstellungsmerkmal zu präsentieren, was leider mit gängigen Hit-Mashups und Cuts und Breaks in Sekundenabständen langfristig nur bedingt spannend bleibt. Daher ist es ein kluger Zug, solche Acts einzubinden, und es macht auch deutlich Sinn: Sie sorgen für diesen besonderen musikalischen Ausgleich, zu welchem das Publikum auch sehr schön feiert und so den Künstlern die Wertschätzung für ihre jahrelange Präsenz und Leistung zurückgibt.

Acts wie Armin van Buuren beweisen ohnehin seit vielen Jahren weltweit, dass Trance ein massen- und grundsätzlich auch mit ihren musikalischen Produktionen kompatibles Thema ist. Seine neue Single „I Need You“ in Kollaboration mit dem amerikanischen Popmusik-Komponisten Fernando Garibay und dem Sänger Olaf Backwood ist ausnahmsweise eine recht ruhige Dance-Nummer, die ein wenig zwischen Pop und Future House einzuordnen ist und theoretisch auch im Extended-Mix Chart-Potenzial besitzt. Der kräftigere Club-Mix ist hingegen wieder eine tolle Version für DJ-Shows. Zwar nicht uplifting, aber durchaus sehr progressiv. Für den Kontrast ist zur gleichen Zeit ein Rework des Classic-Themes „Communication“ aus dem Jahr 1999 erschienen. Für die Neuinterpretation auf Armind ist kein Geringerer als das holländische Wunderkind Danny de Graaf alias David Gravell zuständig, der mit seinem frischen und pumpigen Sound, den man wirklich als ganz coolen EDM bezeichnen kann, die Labelwelt von Armada Music konstant ausschmückt. Neben dieser ist parallel auf A State Of Trance seine neue Single „Neverland“ verfügbar. Falls davon nicht genug, setzt Armada Captivating mit einem Psy-Trance-Remix des Australiers Zac Waters zu Gravells „The Last Of Us“ von 2014 und „Megatron“ von 2013 – in raviger Manier von GLAED – noch einen drauf und hinterlässt einen beachtlichen Output.

Eine ebenfalls schöne Uplifting-Aufbereitung bietet RAMs Sublabel Grotesque Reworked mit Mark Sixmas „Visionary“, das als sein erstes Original-Release 2008 auf Menno de Jongs In Trance We Trust herausgekommen ist. Vlind ist der Newcomer aus Mexico, der die Nummer schärfer gewürzt und bereits auf Labels wie Discover Digital, Silent Shore oder Mark Sherrys Outburst Records veröffentlicht hat. Tatsächlich hat der Letztere gerade zusammen mit RAM auf Grotesque Fusion die Kollab „Nordic Nights“ und auf Outburst selbst die äußerst coole „The Only One“ draußen. Ein flotter Breakbeats-Track in Zusammenarbeit mit seinem schottischen Landsmann Jamie Walker und dem Sänger Ross Ferguson, auch wenn mir auf dem Imprint mal wieder der Finne Tempo Giusto mit seinem neuen Banger „Don’t Give A Quack“ am allerbesten gefallen hat.

Passend zum Thema sollte man auch immer wieder solche Labels wie Kearnage Recordings oder Damaged Records – jeweils von Bryan Kearney und Jordan Suckley – erwähnen. Beide bringen im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen Veröffentlichungen im Rhythmus von zwei Wochen, was auch gut ist, da dem Release die Möglichkeit gegeben wird, sich zu entwickeln, anstatt auf Masse zu gehen. Interessant sind hier Sneijders „Viper“ und „Tribalism“ von Kriess Guyte.
Selbst in Asien gibt es eigene Vertreter des Genres und insbesondere das japanische Label Otographic Music von Kenji Sekiguchi, auf dem bereits Hiroyuki ODA im Uplifting-Bereich und des Öfteren Shingo Nakamura ihren wunderschön flächigen Progressive-Sound veröffentlicht haben, ist weltweit angesehen. Nhato sorgte schon vor einiger Zeit mit verspielten Arcade-Samples und dem Titel „Kaede“ für positive Resonanz, an die „Ibuki“ gerade anknüpfen kann. Der Südkoreaner Kago Pengchi präsentiert sich nun auch zum zweiten Mal auf Ruben De Rondes niederländischem Statement! mit dem 2-Tracker „Funk It/Yuki“.

Meine letzten beiden Empfehlungen sind Cosmic Gates neue Kollab „Dynamic“ mit Ferry Corsten, die auf ihrem eigenen Wake Your Mind Records erschienen ist, sowie „Asphalt“ von Protoculture aus Südafrika auf Armind, der in seiner Harmonie absolut vollkommen ist!

Viel Spaß auch wie immer mit meinen Mixen auf SoundCloud und bis nächsten Monat!
Euer Damian