Was lange währt, wird endlich gut. So abgedroschen dieser Spruch in manchen Situationen klingt, so treffsicher erweist er sich im Falle von Niklas Worgt und Eva Padberg – in der Szene besser bekannt als Dapayk & Padberg. Auf Niklas‘ Label Mo‘s Ferry Prod. veröffentlicht das Paar bereits seit 2003 gemeinsamen Produktionen.

Neben den beiden Alben „Close Up“ und „Black Beauty“ sowie einigen EPs schaffte es das Duo 2006 auch vor den Traualtar. Zu diesem Zeitpunkt war das Model, das sich ebenfalls als Sängerin, Songschreiberin, Moderatorin und Schauspielerin einen Namen machte, bereits seit zehn Jahren mit Worgt zusammen. Am 17. Februar gesellten sich die beiden nun mit ihrem dritten Longplayer „Sweet Nothings“ zur großen Berliner Stil vor Talent-Familie. Die Arbeit an diesem Album dauerte ganze zwei Jahre an und fand dabei an Ortschaften wie Bali, Miami, Los Angeles, Berlin oder gar den Alpen statt. Was sich im Gegensatz zu den vorigen Veröffentlichungen verändert hat? „Zum einen wir. Denn wir sind vier Jahre älter und haben in dieser Zeit enorme Einflüsse aufgenommen. Ich denke, das hört man sehr. Die Tracks sind songlastiger und hörbarer geworden. Das letzte Album stand einfach noch stärker im Zeichen des Minimals. Wir haben immer, egal wo wir sind, ein kleines Studio-Set-Up dabei. Ich würde behaupten, dass man je nach Ort und Kultur eine gewisse Grundstimmung erzeugt, die sich dann sicherlich hörbar macht. Es herrscht eine andere Ruhe, die wir daheim nicht herstellen können. So ist von den auf dem Album enthaltenen zwölf Stücken nur eins im Berliner Studio entstanden. Unsere Inspiration dazu entnehmen wir vielen Dingen. Dies kann Liebe, Schönheit, Lust, Isolation, das Erwachsenwerden oder jegliche andere Emotion sein. Das paaren wir dann mit unserer persönlichen Sicht der Clubkultur, unserem musikalischen Zuhause. Unser Anspruch ist es dabei immer, sich fallen zu lassen und in eine andere Welt eintauchen zu können.“ erklärt Eva.

Diesen Anspruch verfolgt Niklas auch bei seinen Solo-Produktionen, mit denen er ebenfalls äußerst erfolgreich unterwegs ist. „Der Unterschied zur Arbeit mit Eva ist gar nicht so groß wie viele denken. Solo geht vieles natürlich schneller, da man völlig auf sich gestellt ist und Eva durch ihre vielen Jobs sehr oft unterwegs ist. Ich übernehme traditionell den technischen Part, Eva den der Texterin und Sängerin.“ – „Wir haben mal versucht, das Ganze umzudrehen, aber recht schnell festgestellt, dass dies wenig Aussicht auf Erfolg hat,“ fügt Eva lachend hinzu. Generell ist die 32-Jährige auch abseits der Musik auf einen geregelten Arbeitsablauf und ein enormes Organisationstalent angewiesen. Denn neben ihrer eigenen Modelkarriere sucht sie seit geraumer Zeit mit Kollegin Karolina Kurkova beim Fernsehsender VOX jeden Dienstag „Das perfekte Model“. „Sicher ist es oft sehr stressig. Aber man kann das ganz gut timen. Wir wussten schon lange im Voraus, wann das Album fertig sein soll, und auch die Drehtage für die Sendung stehen schon lange fest. Ich muss mich nur ein bisschen organisieren, dann klappt das schon.“ Zum Zeitpunkt des Interviews befanden sich die beiden in Australien. Am 18. Februar fand ihre Album-Release-Party im Berliner Weekend statt. Seit dem läuft die bis in den Sommer andauernde Tour zu „Sweet Nothings“.