Das Überleben von Musikclubs und Festivals während der Coronavirus-Krise


Die Pandemie hat die Eventbranche hart getroffen. Seit dem ersten Lockdown im März gab es keine Großveranstaltungen mehr. Alle Konzerte und Festivals wurden abgesagt. Gerade in der Eventbranche arbeiten viele Solo-Selbstständige, die von einem Tag auf den Nächsten vor dem existenziellen Aus standen. Am Jahresanfang waren die Auftragsbücher noch gut gefüllt und dann brach alles weg.

Für viele Bars war der erste Lockdown schon eine wirtschaftliche Katastrophe, einen zweiten werden viele nicht überleben. Kunst und Kultur, Ausgehen und Clubbing sind unersetzlich für die lebende Demokratie. Die Branche und alle Beteiligten sehnen sich nach kleinen, positiven Nachrichten. Selbst wenn es nur ein gewonnenes Freispiel beim Online-Spielen in der Freizeit ist, um die Laune zu heben. Viele Betreiber haben positiv auf den Sommer geschaut, doch leider war der Sommer schon ein Verlustgeschäft. Der Winter wird es nicht besser machen.

 

Die ersten Schritte nach dem Lockdown

Nach dem Lockdown wurden verschiede Hygienekonzepte diskutiert. Im ersten Schritt konnten die Nachtclubs eröffnen, die über einen Außenbereich verfügten. In einem zweiten Schritt konnten auch Nachtclubs mit einem Innenbereich öffnen, doch wurde hier die Anzahl der Gäste begrenzt und die Maske musste auch im Innenbereich getragen werden. Nachdem es jedoch einige Infektionsherde nach dem Feiern in Clubs und auf Privatfeiern gegeben hatte, steht hinter dem Konzept wieder ein großes Fragezeichen. Wer zum Feiern in den Club geht, der möchte Spaß haben und den Kopf abschalten. An die AHA-Regeln zu denken, gehört da leider nicht dazu.

 

Viele Kontrollen von Seiten der Behörden haben gezeigt, dass das Konzept der Nachtclubs sich nicht mit dem AHA-Regeln verträgt. Jeder der ausgeht, möchte Spaß haben und sich nicht über eine Corona-Ansteckung Sorgen machen. Der Sommer hat leider gezeigt, dass auch beim Feiern im Freien ein nicht zu unterschätzendes Ansteckungsrisiko besteht. Feiern und Social Distancing sind nun mal zwei Begriffe, die sich einfach ausschließen. Darum haben die Behörden auch lange gezögert, um die Clubs wieder zu eröffnen. Die Gefahr eines Superspread-Events war einfach zu groß.

 

Wie kann die Zukunft aussehen?

 

Die US-Band „Flaming Lips“ hat ein Konzept für Konzerte getestet, dass sich vielleicht für die Corona-Zukunft als Ausweichkonzept nutzen lässt. Jeder Gast war in seiner eigenen Plastik-Bubble, die mit Luft gefüllt war. So konnte jeder Gast ausgiebig tanzen und singen, ohne ein Ansteckungsrisiko zu sein.

 

Ein gutes Winterkonzept hat kein Club in der Schublade. Wenn die Infektionszahlen wieder steigen, denn gehen die Menschen weniger raus, um sich vor Ansteckungen zu schützen. Wahrscheinlich werden die Clubs nur zeitlich begrenzt aufmachen dürfen, doch wer möchte schon um 22 Uhr nach Hause gehen, wenn es doch normalerweise erst ab 23 Uhr in den Club geht. Auch das Tanzen mit Maske und nur begrenzter Alkoholausschank werden sich negativ auf den Umsatz auswirken. Clubbing beinhaltet nun mal so ziemlich alles, was in Corona-Zeiten nicht getan werden soll.

 

Leider sieht die Realität so aus, dass viele Club-Betreiber den Winter nicht überleben werden. Viele Clubs rechnen nur mit einer bestimmten Anzahl an Gästen. Wird die nicht erreicht, dann ist der Abend ein Minusgeschäft. Die Festival-Branche steht dem nächsten Jahr noch positiv gegenüber und hat schon angefangen, diverse Bands für die Open-Air-Festivals zu buchen. Ob die auch wirklich stattfinden, kann die Betreiber wohl auch erst nach dem Winter sagen.

 

Viele Solo-Selbstständige bemängeln die staatlichen Hilfsangebote, da diese nur auf die laufenden Betriebskosten ausgerichtet sind. Doch Veranstaltungstechniker, DJs, Sänger oder Tänzer haben geringe Betriebskosten und benötigen eher eine Unterstützung bei den Lebenshaltungskosten. Für viele bleibt nur der Weg zum Arbeitsamt, um Hartz 4 zu beantragen, da sie sonst nicht über die Runden kommen. Hier muss die Regierung unbedingt nachbessern und gerade Solo-Selbstständigen unter die Arme greifen, bevor sie ihre Existenz verlieren.