Er lieferte exklusive Remixe für US-Superstar Post Malone und Tiësto, Axwell & Ingrosso, Rita Ora, Jonas Blue, Galantis, Flo Rida, Showtek, Kid Ink, HUGEL und Tujamo ab und sein Edit zu Drakes „Gods Plan“ gehörte 2019 zu den meistgespielten Songs der internationalen Festivals. Seine Reputation als einer der erfolgreichsten Remixer war spätestens dann in Stein gemeißelt. Nach unzähligen Erfolgen in der Clubszene gelang dem gebürtigen Heilbronner im vergangenen Jahr der endgültige Sprung in die allgemeinen Charts. Mit seinen Singles „No Matter What“ sowie „LaLaLife“ belegte er Platz 1 der Top 100 iTunes-Charts, lief auf Dauer-Rotation in den größten Radiostationen und verbuchte bei Spotify mittlerweile über 2,3 Millionen Hörer*innen – pro Monat. Im Sommer 2020, als die Szene förmlich schon stillgelegt war, verbuchte er mit „Superstar“ einen waschechten Hit, der über 45 Millionen Mal gestreamt wurde und bis auf Platz 25 der deutschen Airplay-Charts stieg. Der Hype um David Puentez war so groß, dass ein Major-Deal mit Warner Music folgte. Kürzlich erschien mit „Home“, seiner fünften Single über Warner Music, die persönliche Post-Lockdown Hymne des DJs, der mittlerweile sowohl in Köln als auch in Hamburg zu Hause ist. Gemeinsam mit Ten Tonne Skeleton hauchte Puentez nun dem Super-Hit „Outta Love“ von Anastacia aus dem Jahr 2000 neues Leben ein. Das Ergebnis lässt die emotionalen Lyrics in neuem Glanz erstrahlen und dürfte schon jetzt ein Anwärter auf den nächsten Erfolg in seiner Diskografie sein. In diesem Monat zeichnet Puentez für unseren offiziellen Download-Mix verantwortlich. Wir haben ihn gesprochen.

David, wie geht es dir?

Mir geht es bestens, danke. Da ich sowohl in Köln als auch in Hamburg wohne, pendle ich die meiste Zeit. Aktuell bin ich gerade in Hamburg. Das Tourleben geht jedoch langsam auch wieder los und ich bin, glücklicherweise, auch wieder öfter unterwegs. Die letzten Tage war ich quer durch Deutschland unterwegs bei verschiedenen Shows und es hat großen Spaß gemacht.

Trotz der Tatsache, dass die gesamte Kulturszene seit eineinhalb Jahren stillliegt, warst du sehr produktiv. Erzähle uns von deinen letzten Monaten.

Es war eine sehr einschneidende Zeit für uns alle, keine Frage. Ich versuche immer, das Beste aus jeglichen Situationen zu nehmen. Beruflich hatte ich tatsächlich die Möglichkeit, musikalisch wesentlich aktiver zu sein als sonst, da man natürlich gezwungen war, zu Hause zu bleiben. Auch wenn ich als DJ sozusagen arbeitslos war, taten die Releases meiner Karriere sehr gut. Seine eigenen Songs im Radio zu hören, ist jedes Mal Freude pur und ein grandioses Gefühl. Zudem konnte ich meinen Fans auch etwas mehr private Eindrücke meines Alltags zeigen via Social Media. Insgesamt konnte ich diese Zeit also sehr positiv nutzen und für mich persönlich lief es tatsächlich beruflich gut. Privat war es natürlich eine komplett neue Erfahrung, wie wohl für uns alle. Wenn du jahrelang die Wochenenden und teilweise wochenlang nie zu Hause bist und auf einmal monatelang nur in deiner Wohnung sitzt, fällt dir natürlich das Dach auf den Kopf. Das war schon herausfordernd. Aber es gibt so viele, die extrem viel mehr unter der ganzen Situation gelitten haben und es teilweise immer noch tun und bis heute wirklich kämpfen müssen. Daher fände ich es vermessen, mich ansatzweise zu beschweren.

Eines deiner jüngeren Highlights ist z.B. der Major-Deal mit Warner Music.

Genau. Wenn man schon nicht mehr die Möglichkeit hat, vor vielen Menschen Musik live zu spielen, möchte man natürlich trotzdem eine musikalische Verbindung nach außen schaffen. Das ist mir insbesondere in den Lockdowns gelungen. Ich bin froh, durch den Major-Deal mit Warner einen Partner gefunden zu haben, der mich da sehr unterstützt. Trotz der Zeit zu Hause hatte man auch Zeit, sich mit vielen Sänger*innen, Songwriter*innen und quasi der restlichen Musikwelt zu connecten und auszutauschen. Wir saßen ja quasi alle im selben Boot, daher hatte ich auch die Möglichkeit, so kreativ und produktiv zu sein. Eine weitere Motivation war es, so viel neue Musik wie möglich zu haben, sobald es wieder halbwegs normal losgeht, um seine neue Musik überall spielen zu können.

Lass uns ein paar Jahre zurückschauen – angefangen aufzulegen hast du mit 18 Jahren – was bzw. wer hat dich dazu inspiriert und was waren deine ersten Steps?

Die Inspiration, DJ zu werden, habe ich tatsächlich bei meinem ersten Aufenthalt auf Ibiza bekommen. Ich wollte immer nur das machen, was mir wirklich Spaß macht, was mich wirklich jeden Tag aufs Neue motiviert. Auf Ibiza war ich sofort von dieser Welt begeistert und versuchte ab dann, den Traum Wirklichkeit werden zu lassen und habe meinen Fokus vollends darauf gelegt. Witzigerweise bin ich auch dort auf meinen Künstlernamen David Puentez gekommen. Es gab dort nämlich einen DJ namens Fuentez, aber ich finde Puentez cooler, haha. Die Steps danach waren klar: DJ-Equipment kaufen, Musik produzieren und einfach machen. So geht es bis heute und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.

Der Durchbruch gelang dir 2019 durch äußerst erfolgreiche Remixe. Wie rekapitulierst du diese Zeit?

Standhaftigkeit ist das A und O in unserer Szene. Es gab jahrelange Aufs und Abs, und irgendwann findest du dann deinen Sound, dein eigenes Auftreten und natürlich auch Kontakte, die dir weiterhelfen und ohne die es zweifelsohne nicht bzw. nur sehr schwer geht. In dieser Zeit hat es vor allem international einen großen Schub gegeben, und es war natürlich eine sehr prägende Zeit. Das erste Mal zu sehen, wie Legenden wie Tiësto deine Songs bzw. Remixe auf der ganzen Welt in ihren Sets spielen, das gibt nochmal einen so großen Motivationsschub, da möchtest du nie wieder aufhören.

Mittlerweile wurden deine Releases millionenfach gestreamt sowie gekauft und du hast grandiose Chart-Platzierungen erzielt. Auch dein Instagram-Kanal wächst rasant. Was machen solche Zahlen mit dir als Künstler?

Tatsächlich sind diese Zahlen kaum zu begreifen, ich bin jedoch sehr stolz darauf. Es ist eine Menge Arbeit, die Tag für Tag erledigt werden muss, für die ich aber eine schier unendliche Motivation habe. Es gibt nichts Schöneres, als Nachrichten oder Videos geschickt zu bekommen, wie Leute meine Musik abfeiern oder dazu tanzen. Oder wenn man auf Tour geht und die Leute bereits die Texte zu einem neuen Song kennen, nur weil ich ihn bei Instagram mal getaggt, jedoch nie live gespielt habe. Das ist schon verrückt. Dazu kommen immer mehr Nachrichten und positives Feedback der Musikszene aus der ganzen Welt und das macht mich wirklich stolz und treibt mich förmlich Tag für Tag an.

Generell scheinen dir Edits bzw. Remixe sehr zu liegen. Wie gehst du bei einer Neuinterpretation generell vor?

Wenn mir ein Thema grundlegend gefällt, versuche ich, es minimalistisch mit viel Bass und Energie neu aufleben zu lassen. Die Hook eines Songs ist immer entscheidend, wenn die dich catcht, brauchst du danach eine Musikproduktion, die dich diese Energie leben lässt und weiterträgt. Das ist wirklich die perfekte Kombination in meinen Augen.

Mit „Outta Love“ hast du gerade einen neuen Song veröffentlicht. Erzähle uns mehr zur Entstehung sowie zur Kollaboration mit Ten Tonne Skeleton.

Nach „Superstar“ war ich lange Zeit auf der Suche nach einem neuen Cover-Thema. Da überlegt man viel, macht viel, und lässt es dann wieder sein. Zudem gibt es, wenn man ehrlich ist, so viele Cover aktuell, da muss man einfach ein wirklich interessantes Thema wählen. Mit Ten Tonne Skeleton hatte ich die Gelegenheit, Anastacias Song neu aufzulegen. Ich habe das Gefühl, dass quasi jeder diesen Song noch von damals kennt, mit dieser unvergesslichen Melodie, und ich bin froh, dass wir es so umsetzen konnten. Ich bin gespannt, wie der Song ankommt.

In diesem Monat mixt du den offiziellen FAZEmag-Download-Mix. Worauf dürfen sich die Hörer*innen freuen?

Lasst euch überraschen (lacht).

Du bist sowohl in Köln als auch in Hamburg zu Hause, wie du eingangs erwähnt hast. Wie wirken sich diese beiden Metropolen auf dich als Künstler aus – sowohl positiv als auch negativ?

Köln ist quasi meine Heimat, ich fühle mich dort einfach wohl und es ist immer schön, von Reisen dorthin zurückzukehren. Es ist wichtig, nach all den Jahren immer einen Ort zu haben, an den man gerne zurückkommt. Hamburg ist sozusagen meine neue Liebe. Eine unfassbar schöne Stadt, absolut lebenswert. Beide Städte gleichen sozusagen das aus, was die jeweils andere nicht hat. Was beide Städte jedoch bieten, ist eine tolle Gastronomie in Sachen Cafés und Restaurants, was mir sehr wichtig ist. Jeder, der mich verfolgt, weiß, dass dies zu meinen größten Leidenschaften gehört. Insgesamt inspirieren mich beide Städte einfach enorm. Eine Runde mit dem Hund um die Hamburger Alster bei Sonnenaufgang beispielsweise, das ist für mich der perfekte Tagesstart.

Wie sehen deine nächsten Wochen und Monate aus – sowohl beruflich als auch privat?

Endlich wieder mehr Shows und auch neue Musik. Man kann endlich wieder langsam mit allem loslegen, ich habe sehr viel Energie getankt in der letzten Zeit. Viele sagen, ich hatte die ganze Zeit über Energie ohne Ende. Da kann ich nur sagen: Wartet ab haha! Jetzt geht es los (lacht).

 

Aus dem FAZEmag 114/08.2021
Text: Matt Eagle
Foto: Warner Music Group
www.instagram.com/djdavidpuentez