Das „Deep“ im Künstlernamen ist für die hier dargebrachten musikalischen Gefühlsebenen fast noch eine Untertreibung, so düster und schwermütig kommen die 14 Songs daher. Wenn man dann noch liest, dass das Album im letzten, extrem kalten Winter in Berlin Neukölln entstand, während der depressive Australier Rick Bull alias Deepchild versucht hat seine Medikation abzusetzen, kann man schon mal voreilige Schlüsse ziehen und das Ding aus dem Player schmeißen. Es lohnt sich aber genauer hinzuschauen bzw. hinzuhören und sich drauf einzulassen. Nach gut vier Jahren Longplayer-Abstinenz hatte sich nämlich so einiges an Emotionen und Ideen aufgestaut. Verpackt in feinstem Post-Detroit-Techno-Gewand wollte das dann raus. Und so widersprüchlich sich das jetzt auch anhören mag, irgendwie findet man in den düsteren und teilweise beklemmenden Soundwelten dann doch wieder was Warmes und Hoffnungsvolles. Eine Art Selbsttherapie für Deepchild, ein einschneidendes Hörerlebnis für uns! 7 Points. TB


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