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Disco-Ruinen – Der Delta Musik Park ist ein Lost Place Foto Annette Kalscheur


Was einst eine der größten Tanzflächen Deutschlands war, ist heute eine gruselige Kulisse für Fotografen und Lost-Place-Besucher. Der Delta Musik Park in Duisburg. Er war eine der größten Discotheken Deutschlands. 18 Jahre lang war der Delta Musik Park mit mehreren Floors und unterschiedlichsten Musikrichtungen ein Anlaufpunkt für ausgehfreudige Nicht-Clubber. Eine wahrhaftige Großraumdiskothek. Schon vor einigen Jahren musste die Disco Insolvenz melden. Im Herbst 2016 lud das Delta zum letzen Tanz. Seitdem – nichts mehr.

Typischerweise sind sogenannte Lost Places alte, leerstehende Fabriken, Villen oder ähnliche Gebäude. Für Fotografen sind solche Lost Places Bilderbuchkulissen. Mittlerweile haben wohl auch Discotheken diesen nostalgischen Status erreicht. Mittelpunkt und Main-Floor des Delta war das große Zirkus-Zelt. Damals bunt und festlich beleuchtet. Heute sieht man die Spuren von Witterungen und Verwahrlosung. Die Zeltstangen sind von Rost befallen. Die Natur macht sich mit Brennnesseln und Unkraut breit. Zugestaubte Discokugeln liegen neben zerfetzten Elektroinstallationen herum. Außerdem findet man noch jede Menge Deko für unterschiedliche Themen- und Mottopartys. Stehtische und sonstiges Mobiliar, welches noch verklebt von süffigen Longdrinks und Teenie-Kotze zu sein scheint, rundet den nostalgischen Disco-Charme ab.
Vergangenen Sonntag lud das ehemalige Delta offiziell zur Lost Place Fotolocation ein. Auch wurden die letzten Discogegenstände und Inventar zum vertrödeln angeboten. Nicht offiziell und nicht legal wurde dieser Lost Place allerdings wohl einige Male zuvor besucht.

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Doch warum sterben Clubs und Discotheken immer mehr aus?
Es scheint nahelegend zu sein, dass Schuld an den Schließungen solcher Eventlocations das vor wenigen Jahren eingeführte Tarifsystem der GEMA ist. Zum 1. Januar 2014 trat eine zwischen GEMA und der Bundesvereinigung der Musikveranstalter hart umkämpfte vertragliche Tarifeinigung in Kraft. Viele Disco-Betreiber mussten um ihre Existenz bangen. Einige schafften es, andere nicht. Doch Stephan Büttner, Geschäftsführer des „Bundesverband deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe“ äußerte sich diesbezüglich der WAZ gegenüber folgendermaßen: „Es gibt seit einigen Jahren eine leichte, kontinuierliche Marktbereinigung. Von einem Diskotheken-Sterben zu sprechen, ist aber Quatsch.(…) Ob ein Club zufriedenstellend läuft, hängt von vielen Komponenten ab: Standort, Marketing, Atmosphäre sowie die wirtschaftliche Kompetenz und Professionalität sind allesamt wichtige Bausteine.“

Aha! Auch wenn der Reiz eine Disco-Ruine zu besuchen groß ist, so wollen wir hoffen, dass die Party-Places nicht zum Großteil lost werden. Wir hoffen, dass noch genügend Großraumdissen erhalten bleiben, so dass wir Clubber unter uns bleiben können. Und wenn man von den jüngsten Nachrichten ausgeht, scheint es, dass es sich doch lohnt, Clubs neu zu eröffnen. Das beste Beispiel dafür dürfte aktuell das Blitz in München sein.

Quelle und Bilder: WAZ

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